SP steht Tischer jetzt in LED-Affäre bei. Wölblings Sozialdemokraten gehen in die Offensive und werfen Kritikern „Verleumdung“ vor. Ehemaliger Vizebürgermeister habe unglücklich agiert, Amt aber immer unparteiisch ausgeübt.

Von Alex Erber. Erstellt am 16. Juli 2020 (05:14)

In der LED-Affäre rund um den ehemaligen Vizebürgermeister Reinhold Tischer (SP) ergreifen seine Genossen nun Partei für den nunmehrigen geschäftsführenden Gemeinderat.

„Wir finden es nicht in Ordnung, Herrn Tischer gemeindeschädigendes Verhalten vorzuwerfen.“

Wie berichtet, hatte eine Information des Prüfungsausschusses den Grund für die Verschiebung der Gemeinderatssitzung vom 21. Jänner ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gerückt. Der Bestbieter der LED-Lampenköpfe ist der Schwager von Reinhold Tischer, was (zu) lange Zeit nicht bekannt war.

SP-Bürgermeisterin Karin Gorenzel hält jetzt fest, dass sowohl die Lieferung als auch die Montage der LED-Lampenköpfe von einem beauftragten Projektanten ausgeschrieben wurden und in beiden Fällen der Bestbieter vom Projektanten ermittelt wurde: „Das Unternehmen des Schwagers vom damaligen Vizebürgermeister Tischer wurde dabei definitiv nicht bevorzugt.“

Geschäftsführender Gemeinderat Bruno Steidl und Gorenzel, sie sprechen für die ganze SP Wölbling: „Wir finden es daher nicht in Ordnung, Herrn Tischer gemeindeschädigendes Verhalten vorzuwerfen beziehungsweise ihm eine unlautere Absicht zu unterstellen. Klar ist, dass die vorzeitige Offenlegung des Verwandtschaftsverhältnisses zum Inhaber der Firma opm omega projektmanagement uns diese Diskussion und die damit verbundene Neuausschreibung erspart hätte. Es bestehen für uns jedoch keine Zweifel, dass Reinhold Tischer das Amt des Vizebürgermeisters immer unparteiisch ausgeübt hat und versucht hat, stets das Beste für die Gemeinde Wölbling zu erreichen.“

„Unseres Erachtens keine böse Absicht“

Mitte August des Vorjahres erfolgte eine Ausschreibung für die Lieferung der LED-Lampenköpfe und eine für die Montage der LED-Lampenköpfe. Bei beiden Ausschreibungen wurden je vier Firmen eingeladen. Der damalige Vizebürgermeister Tischer schlug vor, auch die Firma opm omega projektmanagement zur Legung eines Angebots für die Lieferung der LED-Lampenköpfe einzuladen. Drei weitere Firmen wurden auf Empfehlung des Projektanten eingeladen.

Gorenzel und Steidl: „Unglücklicherweise gab Vizebürgermeister Tischer nicht sofort bei Erstellung der Ausschreibung bekannt, dass er mit dem Inhaber der Firma opm omega projektmanagement verwandt ist, was aber unseres Erachtens keine böse Absicht war.“

Mitte Dezember erfolgte die Präsentation der Ergebnisse der Ausschreibungen durch den Projektanten. Bei der Ausschreibung für die Lieferung der LED- Lampenköpfe gaben nur drei von vier Firmen ein Angebot ab. Bestbieter war die Firma des Schwagers von Vizebürgermeister Tischer.

Die Beauftragung der Bestbieter sollte im Rahmen der Gemeinderatssitzung vom 20. Jänner erfolgen, wurde jedoch abgesagt, weil Tischer mitteilte, dass es sich beim Bestbieter um die Firma seines Schwagers handelt. „Die SP-Fraktion befürchtete die Unterstellung einer ,Freunderlwirtschaft‘. Diese Befürchtung, dass es zu einer Verleumdung kommen wird, hat sich leider, wenn auch ein halbes Jahr später, als zutreffend herausgestellt“, erklären Gorenzel und Steidl unisono.