130.000 Tonnen Erdäpfel verwertet. Beste Erdäpfel-Qualität trotz schwieriger Saison: Lamb Weston bedankt sich bei Landwirten für tolle Rohstoffe.

Von Sandra Frank. Erstellt am 18. Juni 2019 (12:00)

Lamb-Weston-Geschäftsführer Gerhard Bauernfeind rief das Sortensiegerfest ins Leben, um die Beziehung zwischen dem Tiefkühllebensmittel-Hersteller und den Produzenten zu stärken. Heuer wurden im Hetzmannsdorfer Lagerhaus sieben landwirtschaftliche Betriebe vor den Vorhang geholt, die den Hollabrunner Standort mit den besten Erdäpfeln versorgen. Und das, obwohl das Jahr 2018 den Erdäpfelbauern viele Probleme bereitet hatte.

„Das Thema Pflanzenschutz ist in der Bevölkerung angekommen“, weiß Otto Auer, Vizepräsident der NÖ Landwirtschaftskammer. Für ihn ist klar: Die Landwirte müssen jenen Pflanzenschutz zur Verfügung haben, den sie brauchen, um ihre Produkte am Markt zu verkaufen.
„Es kann nicht sein, dass 50 Kilometer weiter ein Pflanzenschutzmittel verwendet wird, das es bei uns nicht mehr gibt. Und dann werden die Erdäpfel bei uns zum selben Preis verkauft!“ Eine Prämierung wie jene in von Lamb Weston zeige, „was uns gelingt, wenn wir die richtigen Mittel zur Verfügung haben“.

„Bin stolz, dass es so viele aktive Bauern gibt“

Landtagsabgeordneter Richard Hogl ist stolz, dass die besten Erdäpfel in der Gemeinde prämiert wurden, in der er Bürgermeister ist.

Gewohnt überbrachte er die Grüße von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. „Sie hat für den Bauernstand sehr viel übrig“, weiß Hogl. So sei im Land aktiv eine Resolution gestartet worden, um den Bund aufzufordern, eine Notfallzulassung von Pflanzenschutzmitteln zuzulassen. „Ich bin stolz, dass es so viele aktive Bauern gibt. Trotz politischer Blödheiten und trotz des Klimawandels.“

Lamb Weston sei als Verarbeitungsbetrieb ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Dieser könne aber nur bestehen bleiben, wenn er auch das richtige Werkzeug aus der Landwirtschaft erhalte.

Gute Qualität und gute Partnerschaft

Ein Stammgast beim Sortensiegerfest, das jedes Jahr an einem anderen Lagerhausstandort veranstaltet wird, ist der Vizepräsident der Wirtschaftskammer NÖ, Christian Moser. „Die Welt wird immer verrückter, wenn ich in ihre Branche hineinhöre.“ Der Stockerauer spricht von zwei Patentrezepten, die in Zeiten, in denen alles aus den Fugen zu geraten scheint, helfen: auf gute Qualität der Produkte, aber auch auf eine gute Partnerschaft im Vertrieb zu achten.

130.000 Tonnen Erdäpfel habe das Unternehmen in dieser Saison verarbeitet. Es sei noch Luft nach oben, sagt Bauernfeind, der nur noch bis 15. Juli als Geschäftsführer tätig sein wird. Er widmet sich neuen Herausforderungen in Pöchlarn (Bezirk Melk) und wechselt zu Garant Qualitätsfutter.

2018: "Nicht einfach, aber spannend und herausfordernd"

Rohstoffmanager Roman Haselberger gab einen Rückblick auf 2018: „Es war nicht das einfachste Jahr, aber für uns sehr spannend und herausfordernd.“ 2019 biete bisher durchwegs gute Bedingungen. „Der Knollenansatz schaut gut aus.“ Zumindest auf dem Papier verfügt Lamb Weston über die Menge, die für die Produktion gebraucht werde.

Nach diesem Überblick waren Friedrich und Beate Ecker aus Röschitz (Region Hollabrunn-Horn) die ersten Landwirte, die eine Urkunde für die besten Erdäpfel entgegennehmen durften. Die Sorte „Agria“ ist die wichtigste Bauernlandsorte, wie Haselberger berichtete. Die Agria-Erdäpfel von Familie Ecker gingen mit 94 von 100 Punkten als Sieger hervor. „Mit Familie Ecker arbeiten wir schon viele Jahre zusammen. Sie reagiert sehr flexibel auf unsere Wünsche“, weiß der Rohstoffmanager, dass ein Anruf genügt und die Kartoffeln werden geerntet.

DIE SORTENSIEGER

  • Alverstone Russet: Matthias Lahner aus Obersiebenbrunn
    (Region Marchfeld), 97 Punkte 
  • Challenger: Reinhard Resch aus Eggendorf (Region St. Pölten), 97 Punkte 
  • Innovator – früh: Markus Hillebrand aus Premstätten (Region Grazer Becken), 96 Punkte 
  • Innovator – Einlagerung: Regina Sabeditsch aus Markthof (Region Marchfeld), 96 Punkte 
  • Agria: Friedrich und Beate Ecker aus Röschitz (Region Hollabrunn-Horn), 94 Punkte 
  • Fontane: Martin Riedlberger aus Frauenkirchen (Region Frauenkirchen), 94 Punkte 
  • Umatilla Russet: Lorenz Göltl aus Frauenkirchen (Region Frauenkirchen), 93 Punkte