Fichten im Thayatal mussten weichen. Schon vor 20 Jahren erregten die Fichten bei Hardegg die Gemüter. Jetzt sollen sich endlich heimische Bäume durchsetzen.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 17. Februar 2019 (04:38)
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Direktor Christan Übl und Förster Wolfgang Riener präsentieren ein ungewöhnliches Bild, steht der Nationalpark doch dafür auf Eingriffe in die Natur zu verzichten. Die Fichten sind jedoch eine Ausnahme.

Wer dieser Tage in der Nähe des Nationalparkwaldes unterwegs war, dem bot sich ein ungewöhnliches Bild.

Während man üblicherweise Besuchern erklärt, dass im Nationalpark kein Eingriff in die Natur stattfindet, wurden jetzt auf einmal sechs Hektar Waldfläche komplett gerodet. Dass hier trotzdem alles seine Richtigkeit hat, erklärten Direktor Christian Übl und Förster Wolfgang Riener bei der Begehung am „Langen Grund“.

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Das Waldstück am „Langen Grund“ ist für Geräte schwer erreichbar. Das Holz muss in kleinen Mengen zum Lkw gebracht werden, rund zehn Tage dauern die aufwendigen Arbeiten insgesamt.

Hier rückte man nun endlich der Fichtenmonokultur zu Leibe, die in Hardegg auch symbolischen Charakter hat. „Noch vor der Gründung des Nationalparks waren es genau diese Fichten am „Langen Grund“, die die Bevölkerung aufregten“, denkt Übl rund 20 Jahre zurück. Sie seien auch einer der Gründe gewesen, weshalb die Rufe nach Naturschutz und letztlich nach einem Nationalpark damals laut wurden.

Die Bäume sind hier nicht heimisch und waren auch längst in keinem guten Zustand mehr. „Sie gehören hier nicht hin, das erkennt man auch daran, dass sie sich trotz genügend Samen überhaupt nicht verjüngt haben“, erklärt Riener. Auch seien sie viel zu dicht gepflanzt worden, um sich gesund entwickeln zu können. Mit der Rodung will man nun der Natur auf die Sprünge helfen.

Nur mehr heimische Pflanzen im Thayatal

Ausgepflanzt wird im Thayatal nichts, heimischer Pflanzenbestand wachse schon nach kurzer Zeit von alleine wieder nach. „Dafür wurden wir anfangs belächelt, 20 Jahre später ist es schön zu sehen, dass es funktioniert“, freut sich der Förster darüber, dass auch Fachkreise mittlerweile die Strategie des Thayatals als Beispiel heranziehen.

Mit dem Verschwinden der Fichten ist nun ein letzter großer Brocken der Maßnahmen zur Umwandlung des Waldes abgeschlossen.

Zu Beginn waren ein Drittel der Waldflächen mit Bäumen bewachsen, die hier nicht heimisch sind. Heute fehlen nur noch ein paar kleinere Flächen. In den kommenden paar Jahren wird auch hier noch nachgeholfen werden, sodass schon in Kürze nur mehr heimische Pflanzen im Thayatal wachsen.

Ein zusätzlicher positiver Effekt: „Durch den Verkauf des Holzes konnten wir außerdem zusätzliche Mittel für den Naturschutz lukrieren“, freut sich Übl, dass schon vor Jahren, als die Marktpreise für Holz noch besser waren, Einnahmen erzielt werden konnten.