Fürs „Schutzhaus der Arbeitnehmer“: Wieser auf Tour. Präsident in Hollabrunn auf Stimmenfang für die Arbeiterkammer-Wahl (20. März bis 2. April).

Von Sandra Frank. Erstellt am 09. März 2019 (05:48)
Sandra Frank
Markus Wieser war gerne für die Spar-Belegschaft da. Umfragen zeigen, dass das Vertrauen in die Arbeiterkammer groß ist. „Da liegen wir bei 77 Prozent. Vor uns ist nur mehr die Polizei“, ist der Präsident stolz auf diese Werte.

„Sie kenn‘ ich, Sie kommen auch, wenn keine Wahl ist“, wurde Markus Wieser, Präsident der NÖ-Arbeiterkammer, bei seinem Betriebsbesuch von Interspar-Mitarbeitern erkannt. „Ich war in den vergangenen fünf Jahren an 350 Tagen in Betrieben unterwegs“, erzählt der 53-Jährige. Nur so könne er wissen, was in der Welt der Arbeitnehmer wirklich passiert.

Preise für Wohnen und Lebensmittel steigen stärker als Löhne

Dass oft 50 Prozent des Gehalts fürs Wohnen draufgehen, ist eine Sorge, mit der Wieser ständig konfrontiert wird. „Da hast aber noch nicht gelebt“, weiß er. Die Preise für Wohnen (26 %) und Lebensmittel (27 %) sind in den vergangenen zehn Jahren stärker angestiegen, als Löhne und Gehälter (20 %). „Für harte und korrekte Arbeit muss es auch anständigen Lohn geben“, spricht sich der AK-Präsident für einen Mindestlohn von 1.700 Euro aus.

Womit Wieser in diesem Zusammenhang ein großes Problem hat, ist, wie die Regierung den Begriff „Leistungsträger“ definiert. Das seien nur jene, die Lohnsteuer zahlen. Das tun nur jene Arbeitnehmer, die über 1.200 Euro verdienen. „Die alleinerziehende Mutter, die an sechs Tagen wöchentlich arbeitet, verdient weniger. Aber die ist für mich die wahre Leistungsträgerin.“

Digitalisierung macht Älteren Angst

Gerade bei Älteren herrsche Angst vor der voranschreitenden Digitalisierung, weiß Wieser aus Gesprächen mit Betroffenen. Für ihn sei es wichtig, diese Menschen mitzunehmen und gleichzeitig den Jungen „alle Förderungen und Ausbildungen zu ermöglichen“.

Mit 40,91 % war die landesweite Wahlbeteiligung bei den AK-Wahlen 2014 nicht berauschend. Im Bezirk waren es immerhin 55,98 %. „Darum sind wir unterwegs“, sagt Wieser. Denn viele wüssten schlicht nicht, dass das „Schutzhaus der Arbeitnehmer“, wie Wieser die AK nennt, zu wählen ist.

Vertrauen in AK in soll sich in Wahlbeteiligung spiegeln

„Ich höre immer: Ihr seid ja eh da!“ Umfragen zeigen, dass das Vertrauen in die Arbeiterkammer groß ist. „Da liegen wir bei 77 Prozent. Vor uns ist nur mehr die Polizei“, ist der Präsident stolz auf diese Werte. „Ich hätte gerne, dass sich diese Zustimmung in der Wahlbeteiligung abbildet.“ Darum sei die AK auch beim Wahlvorgang selbst so nah bei den Menschen, wie nur möglich. „Näher und unbürokratischer geht’s nicht mehr“, erklärt Wieser, dass Arbeitnehmer zwischen 20. März und 2. April zuhause via Briefwahl oder einige auch direkt im Betrieb ihre Stimme abgeben können.

Wieser: „Wir sind die Guten“

Durch eine hohe Wahlbeteiligung werde die Kammer gestärkt; ein Umstand, der gerade in Zeiten wichtig ist, in denen diskutiert wird, die Kammerbeiträge zu kürzen. „Sie können uns nicht anders schwächen, darum versuchen sie es auf diesem Weg“, weiß Wieser. Dem Einzelnen mache es nichts aus, wenn sich die Zahlung verringere, die Arbeiterkammer werde dadurch aber stark geschwächt. „Wir sind die Guten. Wir haben noch nie jemandem etwas weggenommen, wir schauen, dass jeder das bekommt, was ihm zusteht.“