Moderner Platz für Müllentsorgung. 800.000 Euro investierte der Hollabrunner Abfallverband in die Errichtung des Hadreser Sammelzentrums. Eine hervorragende Investition in die Zukunft, wie die Festredner meinen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 20. Juli 2019 (14:33)

„Wir können stolz sein, diesen Meilenstein gesetzt zu haben“, sagte Karl Weber bei der Eröffnung des neuen Abfallsammelzentrums in Hadres (Bahnstraße 3). Stolz ist er zum einen, weil das fünfte Abfallzentrum im Bezirk in jener Gemeinde eröffnet wurde, in der er seit 30 Jahren Bürgermeister ist. Stolz ist er zum anderen, weil er Obmann des Hollabrunner Abfallverbandes ist. Und dieser hat noch große Pläne; Insgesamt sollen 13 solcher Abfallzentren (ASZ) entstehen.

Im März dieses Jahres begann der 800.000-Euro-Bau, am Mittwoch (24. Juli) öffnet das Hadreser ASZ seine Pforten. Ab dann dürfen es alle Bürger im Bezirk nutzen. Die hohe Investitionssumme stört Weber nicht. „Es ist ein Mittel für die Zukunft, das Geld ist hervorragend investiert.“

Das ASZ sei moderner, der Müll könne konkreter getrennt werden, als in den früheren Sammelstellen von Hadres und der Nachbargemeinde Alberndorf. „Ich bedanke mich beim Alberndorfer Gemeinderat, dass er bereit war, hier mitzutun.“  

Abfälle können nun dort landen, wo sie sollen

Es sei eine gemeinsame Entscheidung zum Wohle der Bevölkerung gewesen, bestätigte Alberndorfs Gemeindechef Christian Hartmann. „Damit die Dinge dort landen, wo sie landen sollen: in der Wertstoffrückvergütung.“ Als Beispiel führte er die Baurestmasse an, die die Alberndorfer nun ordnungsgemäß in Hadres entsorgen können.  

Quer durch Niederösterreich ist Anton Kasser gefahren, nämlich vom Bezirk Amstetten bis Hadres, um bei der ASZ-Eröffnung dabei sein zu können. „Der Verband Hollabrunn gehört derzeit sicher zu den aktivsten“, sprach der Präsident der Österreichischen Umweltverbände lobende Worte. 

Der Eröffnungstag sei ebenfalls ein „Friday for Future“. Was recyceln und Müll trennen betreffe, liege Österreich weltweit unter den aktivsten drei Ländern. Ein großes Thema sei aber der Kunststoff. Nur 25 Prozent der jährlich 300.000 Tonnen werden recycelt. In den nächsten zehn Jahren müssen es 50 Prozent werden, sagt Kasser. „Eine riesen Aufgabe, der wir uns stellen werden.“ Große Verantwortung trage dabei der Konsument selbst, wie der Landtagsabgeordnete betonte: „Die Entscheidung, wo die PET-Flasche hinkommt, fällt in den Familien.“


Müll entsorgen nach Webers Leitspruch: „Des pock ma! Das geh‘ ma an!“ 

„Du bist einer, der immer gesagt hat: Des pock ma! Das geh‘ ma an!“, kennt Kasser den Hadreser Bürgermeister gut und wandte sich dann an die Gäste, die zum Eröffnungsfest gekommen waren: „Ich wünsche euch viel Spaß und Freude beim Trennen. Wir haben Großes vor und brauchen euch.“

Von einem „wirklichen Freudenfest“ und einer „wichtigen Investition, die wir heute feiern“ sprach auch Landtagspräsident Karl Wilfing. Er selbst ist Jahrgang 1960 und erinnert sich noch gut an die schönsten Spielplätze seiner Kindheit. Das waren die Müllgruben, weil es dort für Kinder allerhand zu entdecken gab. „Viele Hohlwege sind verschwunden, ich hoff‘, da gräbt niemand tiefer“, rief er wach, dass früher jedes Gerät, jedes Fahrzeug in der Natur entsorgt wurde. „Aber wir wissen alle, dass das so nicht geht“, mahnte auch er das bitter nötige Umdenken ein.  

Der Mensch muss die Erde bewahren, nicht nur bebauen

Es mache Sinn, dass alle nach demselben Modell ihren Müll trennen. Die Abfallwirtschaft würde viele tausende Arbeitsplätze schaffen, die Wertschöpfung recycelter Produkte bleibe im Inland, weil sie nicht importiert werden müssen, zählte Wilfing die Vorteile einer strukturierten Mülltrennung auf. 

Die „Friday-for-Future“-Demos seien wichtig, weil „sie uns wachrütteln“. Doch der Landtagspräsident ist ebenso überzeugt, dass Maßnahmen wie diese in Hadres noch wichtiger seien, um die Umwelt zu schützen. „Nehmt das Abfallsammelzentrum intensiv an, zu 1.000 Prozent, nur so können wir wirtschaftlich erfolgreich sein“, appellierte er an die Bürger. Warum sich gerade „wir Weinviertler“ leicht damit tun, Plastikmüll zu vermeiden, verriet Wilfing den Festgästen: „Wer viel Wein trinkt, kauft weniger Plastikflaschen.“ 

Dechant Willibald Steiner übernahm die Segnung des Geländes in der Hadreser Bahnstraße. Er mahnte die Anwesenden zu einem bedachtsamen Leben zum Schutze unserer Umwelt. Denn der Herr habe den Menschen die Erde ans Herz gelegt, nicht nur zum Bebauen, sondern auch, um sie zu bewahren.