Enten als Verkehrs-Risiko? Orts-Vize wird angefeindet. In einem Schreiben wird der Großmeiseldorfer Orts-Vize mit seinen Laufenten angefeindet.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 18. Januar 2019 (05:43)
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Im kühlen Nass fühlen sich die Enten auch bei tiefsten Temperaturen pudelwohl und plantschen im Gartenbach, daher sind sie eher selten auf der Landesstraße als „Tempobremse“ zu finden. Dennoch: Alleine das Vorhandensein der gefiederten Freunde bewirkt eine langsameres Durchfahren der Fahrzeuge durch die Ortschaft, ist „Entenvater“ Fischer überzeugt. Auch die NÖN berichtete 2012 …

Enten blockieren die Straße und gefährden die Verkehrsteilnehmer. Die „blöden Viecher“ zwingen einen zum Einbremsen, doch in der Ortschaft traue sich keiner was zu sagen, da einen der verantwortliche Vizebürgermeister Hermann Fischer „gleich drüber fährt“.

Das ist der Inhalt eines anonymen Briefes, der kürzlich die NÖN-Redaktion erreichte. Fischer habe keine Ahnung, wie gefährlich die Enten auf der Straße seien. „Muss erst was geschehen?“, fragt der Schreiber, der seine Identität nicht preisgibt.

„Im Laufe der Zeit sind Enten aus dem Zaun entwischt“

Der Vizebürgermeister stand dennoch nicht an, dazu Stellung zu beziehen. Er vermutet, dass der Brief gar nicht auf die Enten abzielt, sondern ihn selbst in ein schiefes Licht rücken soll. „Ich bin nun über 25 Jahre als Bediensteter der Marktgemeinde Ziersdorf im Bauamt tätig und konnte sicher in Bezug auf die gültigen Gesetze nicht alles zur Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger bearbeiten.“ Dazu komme seine ehrliche, „aber doch manchmal direkte Art“, wie Fischer einräumt.

NOEN

Er könne sich jedenfalls an keine Beschwerden und keine beleidigende Situation bezüglich der Enten erinnern. Diese entspringen übrigens einer Idee aus einer Dorferneuerungssitzung aus dem Jahr 2005. Die Tiere wurden auf der Bachböschung angesiedelt – samt Absperrgitter.

Fischer erklärte sich damals bereit, federführend auf die Enten zu achten und im Bach die nötigen Vorkehrungen zu treffen. „Im Laufe der Zeit sind Enten aus dem Zaun entwischt und haben zu der Attraktion im Schmidatal und zum weit über die Bezirksgrenzen bekannten Laufentennutzen geführt“, erzählt der Vize.

Er ist überzeugt: Enten bremsen den Verkehr im Bacherlebnisdorf Großmeiseldorf und helfen der Gemeinde beim Sparen: Seit 2006 musste das Bachbett kaum mehr ausgebaggert werden.

Und seit 2006 verbringt Fischer als überzeugter Dorferneuerer übrigens jährlich rund 150 bis 200 Stunden ehrenamtlich mit der Betreuung des DEV-Projekts, das 2012 vier Fernsehstationen, sechs Radiosender und acht Printmedien anlockte.

Keinesfalls sollen Personen gefährdet werden, betont Fischer im NÖN-Gespräch. Sollte das Projekt von der Behörde nicht mehr geduldet werden, müsste der DEV die Tiere einfangen und dieses Kapitel müsste geschlossen werden.