Erstellt am 03. Mai 2011, 00:00

Bahnöffnung für Radler?. IDEE / ARGUS-Mitarbeiter Doppel möchte die Pulkautalbahn für den Radtourismus beleben und packt die Projektplanungen an.

Die Pulkautalbahn wird wenig genutzt, für touristische Zwecke könnte aber ein Schienenbus eingesetzt werden. Argus-Mitarbeiter Hans Doppel möchte die Idee in die Tat umsetzen.ENZMANN  |  NOEN
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VON KARIN WIDHALM

PULKAUTAL / Die Schienen der Pulkautalbahn sind in einem guten Zustand, werden aber kaum benützt. „Argus“ (siehe Infobox) verfolgt den Plan, die einspurige Nebenbahn auch wieder für den Personenverkehr zu öffnen. ARGUS-Mitarbeiter Hans Doppel versucht, Fäden mit politischen Entscheidungsträgern zu knüpfen.

Die Idee ist an sich nicht neu: Argus hatte sie bereits 1989 im Kopf, als nach dem Fall des Eisernen Vorhanges grenzüberschreitende Radwege ins Leben gerufen wurden. Doppel kann sich heute noch vorstellen, die Strecke für den Radtourismus zu beleben. Denn parallel zum Gleis führt eine Radstrecke – für Doppel eine optimale Grundlage.

Pulkautalbahn fast zur  Gänze erhalten geblieben

Die 1873 eröffnete einspurige Nebenbahn verlief ursprünglich von Sigmundsherberg nach Zellerndorf über Laa an der Thaya bis ins tschechische Novosedly. Die Gleise zwischen den beiden letztgenannten Orten wurden aber gänzlich abgetragen. Die Transitstrecke führt zum Teil nicht durch Ortschaften, sondern daran vorbei. Der Personenverkehr ist seit den 1980er Jahren eingestellt, nur mehr zwischen Laa und Zellerndorf wird unregelmäßig Güterverkehr geführt.

Zweiter „Reblaus-Express“  durch das Pulkautal?

Die Kombination zwischen Rad und Bahn hat etwas für sich, wie der Reblaus-Express zwischen Retz und Drosendorf zeigt. Doppel denkt, dass das auch im Pulkautal funktionieren könnte: Dort könnten Familien bis nach Laa fahren und den Rückweg zum Beispiel mit einem Schienenbus antreten.

„Der Schienenbus ist sicher nicht die umweltfreundlichste Variante“, weiß Doppel. „Aber man kann ihn mit wenig Aufwand betreiben.“ Noch ist aber alles in der Schwebe, die Planungen stecken erst in den Kinderschuhen.

Unverbindlich führte Doppel bereits Gespräche mit dem zuständigen Ministerium. Eine Option wäre auch die Landesgesellschaft NÖWOG, die auch den Reblaus-Express betreibt. Auch an eine Zusammenarbeit mit der Fahrgastvertretung „probahn“ denkt Doppel, die an Mobilitätskonzepten arbeitet und für den Erhalt der Nebenstrecken kämpft.