Einkommensanalyse: Mit 1.694 Euro weiter Vorletzter. Hollabrunns Position als Nachzügler unter allen NÖ-Bezirken bleibt einzementiert. AK-Leiter hat Hoffnung.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 04. Dezember 2019 (04:57)
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Wie bereits in den letzten Jahren klassierte sich der Bezirk Hollabrunn im niederösterreichischen Einkommensranking an vorletzter Stelle. In der von der Arbeiterkammer vorgelegten Statistik 2018 wurde einmal mehr nur im Bezirk Krems-Land weniger bezahlt. Der Unterschied zwischen Hollabrunn und dem einkommensstärksten Weinviertler Bezirk Korneuburg lag bei 340 Euro.

Das Medianeinkommen in Hollabrunn betrug 1.694 Euro und lag damit um 22 Prozent unter dem niederösterreichischen Einkommensniveau (24,5 % unter dem österreichweiten).

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Für AK-Bezirksstellenleiter Martin Feigl gibt es dafür vor allem eine maßgebliche Erklärung: „Wir haben kaum Industrie und damit fehlen uns einfach die hochpreisigen Arbeitsplätze.“ Er hofft allerdings, dass die Region durch den Ausbau der Weinviertler Schnellstraße S 3 und durch den geplanten Breitbandausbau einen jobmäßigen Aufschwung erlebt.

„Ein Pharma-Riese wäre super“, meint Feigl schmunzelnd. „Weihnachten kommt, da kann man sich doch etwas wünschen.“ Für Betriebe, die nicht von einem Standort abhängig sind, könnte der Bezirk Hollabrunn bei entsprechender Internetleistung eine echte Alternative werden.

Gegenüber 2017 hatte der Bezirk einen realen Einkommensgewinn in Höhe von 0,27 Prozent zu verzeichnen (4,0 Prozent gegenüber 2013). Frauen verdienten 63,6 Prozent der Männereinkommen. Wird die Entwicklung getrennt nach Geschlechtern betrachtet, ergaben sich reale Einkommenszuwächse von 0,73 Prozent bei den Männern und 1,65 Prozent bei den Frauen.

Die Einkommensdifferenz zwischen Arbeitern und Angestellten (beide Geschlechter) war die dritthöchste unter Niederösterreichs Bezirken: as Medianeinkommen der Arbeiter war um 22,8 Prozent geringer.

Bei den Frauen war die Lücke auf das landesweite Medianeinkommen mit 21,3 Prozent größer als bei den Männern (- 16,1 %), bei den Arbeiterinnen und Arbeitern mit -24,2 Prozent ausgeprägter als bei den Angestellten (-18,3 %).

Als Forderungen in Hinblick auf die neueste Analyse fordert die Arbeiterkammer wirksame Maßnahmen gegen die kalte Progression, verbesserte Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Reallohnsteigerungen, eine Erhöhung der kollektivvertraglichen Mindestlöhne sowie eine verstärkte Initiative für Frauen in klassischen Männerberufen.