Im Juli ging’s steil nach oben. Hollabrunn jubelt über Top-Monat. Andere Bezirksbäder bilanzieren im Gegensatz dazu verhaltener.

Von Sylvia Stark, Christiane Fürst und Franz Enzmann. Erstellt am 05. August 2020 (03:18)
Viermal so viele Gäste imJuli gegenüber dem Juni:Im Hollabrunner Bad wareiniges los!
NOEN

Am 29. Mai und damit einen Monat später als üblich nahm das Hollabrunner Freibad seinen Betrieb auf. Mit rund 3.500 verkauften Eintrittstickets, zusätzlich zu den Saisonkartenbesitzern, verzeichnete das Stadtbad – trotz aller Einschränkungen – einen hervorragenden Juli. Betriebsleiter Helmut Schneider war von dem Ansturm selbst ein wenig überrascht.

Aufgrund der verkürzten Saison wurden die Preise für alle Saisonkarten und für die Kabanenmiete um 20 Prozent gesenkt, dennoch erwartete sich die Betriebsleitung einen „Absturz“, was die Besucherzahlen betrifft. Die Corona-Pandemie zwang die Gemeinde, die Höchstzahl der Badegäste auf maximal 600 zu limitieren. „An guten Tagen waren früher bis zu 1.100 Gäste im Bad“, schildert Schneider. Außerdem musste die Anzahl der Schwimmer in den Becken begrenzt werden.

Im Juni gab es dann – verbunden mit der Maskenpflicht in vielen Bereichen des Bades, der feucht-kühlen Wetterlage und den Ansteckungssorgen – tatsächlich einen massiven Einbruch der Besucherzahlen. Statt der durchschnittlich 5.500 Eintritte waren lediglich 900 Gäste zu verzeichnen.

Doch ganz anders der Juli: „Oft herrschte tagelang stabiles Badewetter, sodass sich die Besucherzahlen steil nach oben entwickelten“, berichtet Schneider. Der Betrieb im Bad hatte sich „eingespielt“, die Gäste lernten, mit den Corona-Maßnahmen umzugehen, sodass sich die Zahlen mit 3.500 Eintritten beinahe auf normalem Niveau einpendelten.

An bisher nur zwei Tagen musste der Eintritt ins Hollabrunner Freibad am Nachmittag geschlossen werden, weil die maximale Besucherzahl erreicht war. „Die übrigen Tage im Juli waren überdurchschnittlich gut ausgelastet, und zwar an allen Wochentagen etwa gleich gut“, analysiert der Betriebschef. Nach Gesprächen mit Badegästen sei das auch damit zu begründen, dass heuer viele Gäste, besonders Familien, ihren Urlaub zu Hause verbringen.

Bademeister Attila Szalontai mit Christopher Sobotka, der vom Wasser im Freibad Ziersdorf begeistert ist.
Stark

Bademeister Attila Szalontai arbeitet die sechste Saison im Freibad Ziersdorf. „90 Prozent der Badegäste sind Stammgäste. Am Vormittag sind 15 bis 20 Schwimmer da und ein paar Besucher mit kleinen Kindern.“ Er bedauert, dass viel weniger Leute als voriges Jahr ins Bad kommen. „Der einzige gute Tag war vorigen Dienstag, wo es bis zu 37 Grad hatte.“ Was die Abstandsregeln betrifft, so darf sich auf der Wasserrutsche nur ein Kind aufhalten. Im gesamten Schwimmbecken sind nur 45 Badende zugelassen.

In Haugsdorf vermeldet Bürgermeister Andreas Sedlmayer deutlich rückläufige Besucherzahlen im Parkbad. Er führt das auf das lange unbeständige Wetter und „sicher auch Corona“ zurück. Die überschaubare Größe des Bades und der Platz des Bademeisters seien zusätzlich zu den eingeführten Sicherheitsmaßnahmen eine Hilfe. „Der Bademeister hat da einen guten Überblick und fordert auch den vorgegebenen Abstand ein“, erklärt Sedlmayer.

Pulkaus Bürgermeister Leo Ramharter spricht von einem verhaltenen Saisonstart im gemütlichen Sonnenwaldbad. Aber: „Derzeit sind wir mit den Besucherzahlen zufrieden.“ Die Gäste seien diszipliniert, der Abstand ist aufgrund der großen Liegewiese auch hier überhaupt kein Problem.

In Retz hat der zuständige Vizebürgermeister Stefan Lang noch keine Vergleichszahlen. Die Statistik wird erst am Ende der Saison erhoben. Dass es einen Rückgang gibt, sei klar. Es sei aber wichtig, dass der Bevölkerung auch in der schwierigen Zeit ein erfrischendes Freizeitangebot zur Verfügung steht, betont Lang.

„Wir kämpfen wie alle anderen Freibäder mit den Wetterkapriolen, bei Sonnenschein bin ich mit der Besucherfrequenz sehr zufrieden“, sagt Hardeggs Bürgermeister Friedrich Schechtner, wo das Waldbad mit solargewärmtem Wasser und großer Rutsche lockt.

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