Krise trifft Frauen weiter härter. Arbeitslosigkeit geht durch Aufnahmen in Saisonberufen zurück. Fachleute erörtern am 5.3. Situation der Frauen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. März 2021 (04:07)
Peter Kirchner, Dagmar Mühlbauer-Zimmerl, Claudia Öller und Josef Muk-stadt (v.l.) freuen sich auf den Online-Talk zum Internationalen Frauentag.
AMS

In den vergangenen vier Wochen verzeichnete das AMS Hollabrunn einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Ende Februar waren hier 1.818 Jobsuchende vorgemerkt – um 163 (8,2 %) weniger als noch im Jänner. „Arbeitsaufnahmen in Saisonberufen sind der Hauptgrund für diese erfreuliche Entwicklung“, erklärt Geschäftsstellenleiter Josef Mukstadt.

Überschaubar blieben Wiedereinstellungen im Handel und bei körpernahen Dienstleistern nach dem Lockdown-Ende. Wesentlich stärker mache sich die Öffnung dieser Bereiche im Rückgang der Kurzarbeit bemerkbar. „Der Arbeitsmarkt reagiert sehr rasch auf Lockerungsschritte, die zeitnah zu positiven Beschäftigungseffekten führen“, erkennt Mukstadt eine Ähnlichkeit mit der Situation im Herbst 2020.

Ein Trend, der sich fortsetzt. Im letzten Jahr waren Frauen mit einem Plus von 32,9 Prozent wesentlich stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen als Männer (+ 23,5 %).
AMS

Mit 14,1 Prozent stabilisierte sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau. Unverändert sind Frauen deutlich stärker als Männer betroffen.

Apropos betroffene Frauen: Sei es als Leistungsträgerinnen in systemerhaltenden Berufen oder als familiäre Managerinnen von Homeschooling oder bei Kindergartenschließungen – Frauen waren und sind durch die nunmehr ein Jahr andauernde Gesundheitskrise besonders gefordert. Am Arbeitsmarkt hat sich das Ungleichgewicht vergrößert. Die Möglichkeit, den Arbeitsplatz durch Kurzarbeit zu sichern, war zu rund zwei Dritteln Männern vorbehalten. Ausbildungsunterschiede haben sich verstärkt.

Online-Talk anlässlich des Frauentages

„Eine fehlende Berufsausbildung verschlechtert für fast jede zweite Arbeitsuchende die Chance auf eine Beschäftigung“, weiß AMS-Chef Muk-stadt. Demgegenüber seien „nur“ 38 Prozent aller Männer mit diesem Handicap konfrontiert. Eng damit verbunden ist die Einkommenssituation.

Aus Anlass des Internationalen Frauentages werden Fachleute in einem Online-Talk ihre Einschätzungen austauschen und Unterstützungsangebote präsentieren. „Es bringt Vorteile für alle Beteiligten, wenn die berufliche und gesellschaftliche Gleichstellung zwischen Frauen und Männern nicht weiter auseinanderdriftet, sondern sich wieder annähert“, sind sich die Experten einig.

Interessierte können das Geschehen in einem Livestream am Freitag, 5. März, ab 9 Uhr oder auch zeitversetzt mitverfolgen. Anmeldungen zur Teilnahme sind via E-Mail an ams.hollabrunn@ams.at möglich.