Leichte Entspannung am Arbeitsmarkt. Seit elf Wochen nimmt die Arbeitslosigkeit im Bezirk Hollabrunn ab. „Es geht in die richtige Richtung“, ortet Hollabrunns stellvertretender AMS-Leiter Peter Kirchner. Er verweist auf das umfangreiche Weiterbildungsangebot des AMS, damit steigen die Chancen auf einen erfolgreichen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt.

Von Red. Hollabrunn. Erstellt am 04. Mai 2021 (09:05)
AMS Hollabrunn/ Illustration: Shutterstock.com/eamesbot Nön Grafik: Bischof

Ende April gab es im Bezirk Hollabrunn 1.386 Arbeitslose, um 707 weniger (-33,8%) als vor einem Jahr. Damals führte der erste harte Lockdown zu einem bis dahin nicht gekannten Ausmaß von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit.  Der Vergleich mit 2019 – damals waren 1.155 Menschen ohne Beschäftigung – verdeutlicht die Auswirkung der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt. Damit gibt es um ein Fünftel mehr Arbeitslose als vor der Pandemie.

Peter Kirchner, stellvertretender Leiter des AMS Hollabrunn.
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Positiv zu vermelden sei, „dass die Arbeitslosigkeit bereits seit elf  Wochen abnimmt“, sagt Hollabrunns stellvertretender AMS-Leiter Peter Kirchner. Seit Jahresanfang sind 773 Menschen wieder in Beschäftigung gekommen. „Es gibt eine leichte Entspannung und es geht in die richtige Richtung“, erwartet Kirchner durch kommenden Öffnungsschritte einen weiteren Rückgang. Eine deutliche Belebung der Arbeitskräftenachfrage ist bereits jetzt zu spüren.

260 beim Arbeitsmarktservice vorgemerkte freie Stellen bedeuten ein Plus von 7,9 Prozent.  Ein wichtiger Eckpfeiler der Beschäftigung ist das Bau- und Baunebengewerbe mit allen vor- oder nachgelagerten Bereichen. Weitere wichtige Impulse gehen vom Lebensmitteleinzelhandel und dem Gesundheitssektor aus. Männer profitieren von diesem Rückenwind stärker als Frauen, jüngere Beschäftigte mehr als die ältere Erwerbsgeneration. Mehr als ein Viertel aller Arbeitslosen ist bereits länger als ein Jahr auf Jobsuche. „Wir wollen auch bei der dauerhaften Ausgrenzung eine Trendwende zu schaffen“, beschreibt Kirchner das Ziel der kommenden Monate.

Erste Erfolge der Qualifizierungsoffensive

Für viele Betroffene ist ein Licht am Ende des Tunnels nur vage erkennbar. Die Chancen für einen erfolgreichen Wiedereinstieg stehen meist eng im Zusammenhang mit beruflichen Kenntnissen. Beratungs- und Qualifizierungsangebote dienen der Erfüllung von Anforderungskriterien vakanter Arbeitsplätze, können mitunter aber auch ein wichtiger persönlicher Stabilisierungsfaktor sein. Derzeit nutzen 321 Arbeitslose die Möglichkeit zur Aus- und Weiterbildung, um für den beruflichen Wiedereinstieg bestens gesattelt zu sein.

„Die Corona-Qualifizierungsoffensive ist im Bezirk gut angelaufen“, stellt Peter Kirchner fest und verweist auf ein umfangreiches Weiterbildungsangebot. Ausbildungsinteressierte können sich jederzeit mit dem Arbeitsmarktservice zur Abklärung der Möglichkeiten in Verbindung setzen. Für Unschlüssige gibt es zusätzliche Unterstützungsangebote, um eine passgenaue Qualifikation und im Anschluss daran einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden.