Hollabrunn

Erstellt am 17. Mai 2018, 05:44

von Christoph Reiterer

21-Jähriger verwüstete Warteraum: „Wollte ins Spital“. 21-Jähriger wütete am Bahnhof, weil er trotz seiner Probleme nicht stationär im Klinikum aufgenommen wurde.

Symbolbild  |  Srdjan Randjelovic/Shutterstock.com

Am Bezirksgericht Hollabrunn musste sich vergangene Woche ein 21-jähriger Wiener verantworten, der im Jänner am Hollabrunner Bahnhof sowie im Krankenhaus gewütet hatte.

Den ÖBB entstand ein Schaden von 1.340 Euro, weil der junge Mann den Warteraum verwüstet hatte. Im Klinikum zerstörte er unter anderem einen Mistkübel und richtete einen Schaden von 200 Euro an. Auch die Beschädigung eines Pkw-Außenspiegels in der Gassnergasse wurde ihm zur Last gelegt.

Die Beschädigungen am Bahnhof und im Spital gab der 21-Jährige vor Richter Erhard Neubauer zu. Mit der Demolierung des Autos habe er jedoch nichts zu tun. Aufgrund massiver Probleme sei er seit Herbst 2017 in psychologischer und psychiatrischer Behandlung. Deshalb wollte er sich auch stationär im Krankenhaus aufnehmen lassen, erklärte der Angeklagte. „Doch mir wurde erklärt, dass ich klar und in Ordnung bin.“

„Ich entschuldige mich dafür und möchte den Schaden gutmachen.“Der Angeklagte (21)

So sei er zum Bahnhof marschiert, wo er in einen Zug einbrechen wollte. „Das habe ich aber nicht geschafft.“ Danach habe er Aggressionen verspürt und den Warteraum verwüstet. „Ich entschuldige mich dafür und möchte den Schaden gutmachen.“

Eine Zeugin schilderte, dass sich der 21-Jährige im Spital beklagt hatte, dass er kein Geld und keine Zigaretten hatte. Sie habe sich bedroht gefühlt und Hilfe geholt. Es seien zerbrochene Teller am Boden gelegen, Möbel, ein Spiegel und die Mauer beschmiert worden. Eine Nacht sei der junge Mann abgängig gewesen.

Vom Vorwurf der Pkw-Beschädigung wurde der Angeklagte schließlich freigesprochen. Für die übrigen Sachbeschädigungen kam er mit einer Diversion davon. Die Schadenssumme muss er abstottern.