Hadreser Kellergassen-Wissen für Nachwelt. Fünf Hadreser sicherten ihr Kellergassen-Wissen für die Nachwelt.

Von Romana Schuler. Erstellt am 06. Oktober 2019 (06:21)
Romana Schuler
Die Autoren (v.l.) Josef Gartler, Johann Jungmayer, Erwin Kohaut und Josef Toifl (r.) mit Bürgermeister Karl Weber (3.v.r.) und Werner Schmid (2.v.r.), dem Sohn des verstorbenen Initiators.

Die Hadreser Kellergasse ist mit ihrer Länge von 1,6 Kilometer die längste geschlossene Kellergasse Europas und auch aufgrund des alljährlichen Adventmarktes weit über die Region hinaus bekannt geworden.

In unserer Zeit erleben wir eine neue Wertschätzung der Kellergassen, die ursprünglich als reine Arbeitsbereiche angesehen worden sind. Die historischen Presshäuser werden gerne als Ferien- und Wochenenddomizile genutzt und saniert.

Dabei gibt es noch immer viele Kellerröhren, deren unterirdische Hohlräume es zu erforschen gilt. Der Winzer Konrad Schmid meinte daher: „Wenn wir das jetzt nicht niederschreiben, wird viel Wissen für immer verloren sein.“

Bebildertes Verzeichnis von 351 Kellern

Im Jahr 2013 fand er in Josef Gartler, Johann Jungmayer und Josef Toifl Gleichgesinnte mit großem Kellergassenwissen und im Physiker Erwin Kohaut einen Autor und Fotografen, um eine Publikation zur Hadreser Kellergasse in Angriff zu nehmen.

Nach fünf Jahren liegt nun ein akribisch erarbeitetes und reich bebildertes Verzeichnis von 351 Kellern und Presshäusern mit ihren aktuellen und früheren Besitzern in Buchform vor. Ein Gesamtüberblick über die Presshäuser wurde sogar von oben, mittels Luftaufnahmen durch eine Drohne, geschaffen.

Von der ältesten Presse und Pulkautaler Giebeln

Der interessierte Leser findet viele wissenswerte Details zur Geschichte und Architektur der Keller. So zum Beispiel stammt die älteste in Hadres erhaltene Weinpresse aus dem 18. Jahrhundert und befindet sich im Kern-Keller. Aber nur noch ein einziger Winzer, nämlich Mitautor Johann Jungmayer, verwendet noch eine alte Baumpresse, um in dieser traditionellen Art seinen Wein zu produzieren.

Hervorgehoben werden auch architektonische Besonderheiten, die nur im Pulkautal zu finden sind, wie der sogenannte Quergiebel – ein kleiner Giebel am Presshaus, der in Richtung Kellergasse zeigt. Zusätzlich zum Verzeichnis gibt es einen Bildanhang zu den Objekten mit erklärenden Texten.

Die Fertigstellung des Buches erlebte Initiator Konrad Schmid nicht mehr. Er verstarb letztes Jahr an einem Herzinfarkt. Die Publikation zu den Hadreser Kellergassen entspricht seinem Wunsch, kulturelles Wissen weiterzugeben.