Fünf Jahre „Wir für Retz“: „Die Besten nach vorne“. Bürgerliste mischte Politik auf und hat noch so einiges vor.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 07. Dezember 2019 (06:13)
Seit fünf Jahren versuchen (v.l.) Günther Seher, Felix Wiklicky, Karl Breitenfelder, Selina Siller, Walter Fallheier und Michael Mazelle mit der Bürgerliste „Wir für Retz“, das Sprachrohr der Bürger zu sein.
Donnerbauer

Mit der bevorstehenden Gemeinderatswahl steht für die Bürgerliste „Wir für Retz“ (WfR) ein Jubiläum an: Vor genau fünf Jahren hat sie sich formiert und zog auf Anhieb mit sieben Mandataren in den Gemeinderat.

In dieser Zeit hat man die Stadtpolitik gehörig aufgemischt. Bei Gemeinderatssitzungen wurde mehr diskutiert, in regelmäßigen Bürgergesprächen, Videos und Zeitungen hat man die Bevölkerung informiert.

Denn bei der Kommunikation sieht man Nachholbedarf seitens der regierenden Fraktionen: „Man kann nicht Dinge beschließen und danach erst die Bevölkerung informieren“, will Stadtrat Felix Wiklicky die Bürger vor Entscheidungen einbinden. Dies habe man in der Vergangenheit versucht, als es etwa um den Parkplatz beim geplanten Neubau der HLT oder die Gestaltung der Siedlung am Weinberg ging.

„Retz braucht ein Stadtmarketing“

Das knappe Budget in Retz erfordere es umso mehr, dass alle an einem Strang ziehen. „Die nächste Regierung ist sehr gefordert. Wir haben unseren Schuldenstand stark erhöht statt verringert“, weiß Gemeinderat Karl Breitenfelder. Viele der Investitionen seien zwar notwendig gewesen, doch vieles auch durch fehlende Konzepte teurer geworden als erforderlich.

Eine durchdachte Stadtplanung fehle. „Gerade weil wir leider wenig Mittel haben, müsste man das wesentlich effizienter gestalten“, meint Breitenfelder. Der Tourismusverein sei zwar engagiert, doch eine Handelsstadt wie Retz brauche dringend auch einen Wirtschaftsausschuss und ein Stadtmarketing, das die Stadt gezielt entwickelt.

Die besten Köpfe statt Parteizugehörigkeit

Wer die Liste bei der kommenden Wahl zusätzlich unterstützt, will man erst im Jänner verraten. Antreten will man aber wieder als Team; die Aufgaben werden den Kompetenzen entsprechend vergeben. So wie man sich das auch in der Stadtpolitik wünschen würde. „Wichtig wäre, dass die Ausschüsse mit Experten besetzt werden und Parteizugehörigkeit keine Rolle spielt“, hofft Stadtrat Walter Fallheier.

In der Jugend gelinge das besser. „Wir haben die negativen Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht. Wir wollen einfach Positives für die Gemeinde umsetzen“, erzählt Jugendgemeinderätin Selina Siller.

Warum hat es „Wir für Retz“ gebraucht? „Das beantworte ich mit den Worten eines Bürgers: Wenn es euch nicht gäbe, gäbe es vieles in Retz nicht“, sei man laut Karl Breitenfelder die treibende Kraft, die auch die anderen zum Handeln herausfordert.