Bürgerliste-Kritik an Begrünung: "Nur Alibi". Die Nachricht der Bürgermeister-ÖVP, dass nun am Messegelände 800 Quadratmeter Asphalt neuer Grünfläche weichen müssen, hat die Liste Scharinger mit Argwohn vernommen. „Das wirkt geradezu lächerlich im Vergleich zum erst im letzten Jahr neu asphaltierten Parkplatz beim neuen Kindergarten in der Josef Weisleinstraße“, meint Gemeinderätin Daniela Lichtenecker.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 06. Juni 2020 (15:10)

Insgesamt 4.000 Quadratmeter seien hier in unmittelbarer Nähe zum Messegelände um mehr als 200.000 Euro versiegelt worden. „Ohne auch nur eine Alternative zu prüfen oder Bäume zu pflanzen“, ärgert sich Lichtenecker. Das nunmehrige Begrünungsprojekt wertet sich als „reinen Aktionismus“ und „Alibihandlung“. „Würde der Bürgermeister den Umweltschutz ernst nehmen, dann müsste er nur das im Dezember 2019 durch den Gemeinderat beschlossene Klimaschutzkonzept umsetzen“, sagt Lichtenecker. Die Grundsätze des Bodenbündnisses, dem Hollabrunn 2018 beigetreten ist, seien bisher missachtet worden.

Bürgerliste-Chef Wolfgang Scharinger wirft ein: „In den 1990er-Jahren wurde genau an dieser Stelle das Erlebnis- und Erholungsgelände in der Josef Weisleinstraße geschaffen und wird heute noch als Freizeitpark auf der Gemeindehomepage beworben. Aber wo ist eigentlich dieser Freizeitpark?“ Vor mehr als 20 Jahren sei das Gelände der Ausgangspunkt für alle Rad- und Wanderwege gewesen. Von einem attraktiven Platz mit Schatten spendenden Bäumen und ansprechendem Angebot für Kinder und Jugendliche könne heute keine Rede sein. „Planen mit Weitblick war schon damals ein Fremdwort für die Entscheidungsträger“, klagt Scharinger.