Schulchor aus Raschala rührt Ungarn zu Tränen. Die Capella Cantabile begeisterte mit Tournee-Auftritten in Budapest und Keszthely.

Von Sandra Frank. Erstellt am 15. September 2019 (06:23)
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Proben vor der Kirche in Keszthely: Die Musiker der Capella Cantabile mit Chorleiter Alfred Tuzar.

Alfred Tuzar war mit seinen „Capellanern“, so werden die Mitglieder des Musikschulchores Capella Cantabile genannt, auf der ganzen Welt unterwegs. Ob China, Russland oder die USA – überall ist der Chor bereits aufgetreten. Ein Nachbarland wurde bisher vernachlässigt: Ungarn.

Diesen weißen Fleck auf der Reisekarte der Capella gibt es seit diesem Sommer nicht mehr: In Kirchen der ungarischen Hauptstadt Budapest und Keszhely am Ufer des Plattensees bestritten die Sänger je einen Auftritt. „Unser Programm ‚Peace‘ war passend für diese Tournee“, meint Tuzar mit Blick auf die politische Situation in Ungarn.

„Wir erfüllen mit solchen Reisen nicht nur einen Kulturauftrag“

Der ehemalige Chorpräsident Wolfgang Ziegler stellte die Kontakte auf ungarischer Seite her, sodass die Capella in den Pfarren auftreten konnte. Zuerst sang der Chor die Messe, danach gab er ein Konzert.

Im Programm waren die Werke auf Ungarisch beschrieben. „Damit sie wissen, was wir singen“, war dem Chorleiter wichtig, die Botschaft zu vermitteln. Die Übersetzung hatte sein Schwager Robi Ösze übernommen. Er half auch bei der richtigen Aussprache, denn ein Lied gab der Chor auf Ungarisch zum Besten.

„Wir haben gehofft, dass man wenigstens irgendetwas versteht“, erzählt Tuzars Frau Bernadette schmunzelnd, dass die Sänger nicht sehr überzeugt waren. Das sollte sich mit einem Blick ins Publikum aber ändern. „Die Leute haben geweint“, erinnert sich Alfred Tuzar an die Reaktionen auf das ruhige Lied.

In Budapest wie auch in Keszthely war das Publikum so begeistert, dass es mehrere Zugaben von der Capella Cantabile einforderte.

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Der Spaß kam bei der Chorreise durch Ungarn nicht zu kurz.

Die moderne Kirche in Budapest war durch Bombentreffer zerstört worden und wird erst jetzt restauriert. Die Spenden, die die Sänger beim Konzert einnahmen, haben sie darum der Kirche überlassen. Ebenso in Keszthely. Dort waren nicht nur die Zuhörer vom Gesang der Hollabrunner Kulturbotschafter beeindruckt. „Der Kaplan, der ein Jahr im Melker Stiftsgymnasium war, hat uns gesagt, dass ihm die deutschen Worte fehlen, um zu beschreiben, wie schön es war“, erzählt Tuzar stolz im NÖN-Gespräch.

Im Hotel, es heißt übrigens „Bacchus“, wurden die gelungenen Auftritte am Ende der Reise gebührend gefeiert. „Dabei haben wir natürlich auch gesungen“, beschreibt Tuzar. Das freute die anderen Hotelgäste und auch den Chorleiter, denn dabei wurde die Idee fürs Konzertprogramm im Mai 2020 geboren. Dabei wird Austropop zu hören sein.

„Wir erfüllen mit solchen Reisen nicht nur einen Kulturauftrag“, meint Tuzar. „Der Chor wächst dabei zusammen“, gibt es einen weiteren Pluspunkt.