AMS Hollabrunn: "Hoffen, dass Kurzarbeit genutzt wird". Nach dem Lockdown im März befanden sich im Bezirk Hollabrunn fast 3.000 Beschäftigte in mehr als 400 Betrieben in Kurzarbeit. Nach dem Auslaufen der "Kurzarbeitsphase 2" Ende September wurden bisher 47 Anträge auf Kurzarbeit für 251 Mitarbeiter gestellt. Mit der "Phase 3" und einer Sonderregelung im Zuge des November-Lockdowns wurden die Möglichkeiten der Kurzarbeit erweitert.

Von Red. Hollabrunn. Erstellt am 21. November 2020 (11:25)
Anträge können von Unternehmen weiterhin ausschließlich über das eAMS-Konto gestellt werden. Eine rückwirkende Antragstellung per 1. November 2020 ist bis zum Ende des aktuellen Lockdowns möglich.
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Durch Kurzarbeit konnten Betriebe in den letzten Monaten ihren Personaleinsatz flexibel gestalten. Vielen Beschäftigten blieb dadurch das Schicksal von Arbeitslosigkeit erspart. Im Sommer waren im Bezirk Hollabrunn noch 506 Menschen in 86 Unternehmen mit reduzierter Arbeitszeit beschäftigt. Mit "Phase 3" sollen nun weiterhin Kündigungen aufgrund der Pandemie möglichst vermieden werden. 

„Wir hoffen, dass Kurzarbeit in dieser attraktiven Form genutzt und damit eine reduzierte Beschäftigung aufrechterhalten wird“, appelliert Hollabrunns AMS-Geschäftsstellenleiter Josef Mukstadt an die Wirtschaftstreibenden im Bezirk. 


Längere Dauer der Kurzarbeit  

Neu ist die Möglichkeit einer Durchrechnung der durchschnittlichen Beschäftigung bis Ende März 2021. Die ursprünglich für die "Phase 3" auf 30 Prozent festgelegte Mindestbeschäftigung kann mit Zustimmung der Sozialpartner auf bis zu 10 Prozent reduziert werden. Mukstadt erläutert: "Vorbehaltlich der erforderlichen Gesetzesänderung gilt für behördlich geschlossene Betriebe, dass für die Dauer der angeordneten Schließung keine Arbeitsleistung erbracht werden muss und eine Unterschreitung von 10 Prozent der Arbeitsleistung im Durchrechnungszeitraum zulässig ist."

Unternehmen, die bereits im Oktober die Kurzarbeit mit einer Arbeitszeit von 30 Prozent oder mehr beantragt haben, können nachträglich ein sogenanntes Änderungsbegehren mit einem höheren Arbeitszeitausfall stellen. Dieses Änderungsbegehren ist spätestens vor jener Monatsabrechnung einzubringen, mit der die bewilligte Beihilfenhöhe überschritten wird. 

Weiterbildung und Trinkgeldregelung  

Weiters können während Kurzarbeit ab sofort Kosten für überbetrieblich verwertbare Weiterbildung von Beschäftigten übernommen werden, schildert der AMS-Chef: "Wie bei ähnlichen Förderungsmodellen müssen eine Mindestschulungszeit und weitere Voraussetzungen erfüllt sein. Neu bei der Kurzarbeit ist eine Trinkgeldregelung für Beschäftigte, die steuerlich unter das Trinkgeldpauschale fallen und deren Arbeitsstelle behördlich geschlossenen wurde."

Die Auszahlung erfolgt durch das Unternehmen und die Vergütung durch das Arbeitsmarktservice. Die während der Kurzarbeit nach Einkommen gestaffelte Nettolohnersatzrate von 80, 85 oder 90 Prozent bleibt für alle Beschäftigten gleich. Unverändert darf während Kurzarbeit der Personalstand nicht durch Dienstgeber-Kündigung oder einvernehmliche Auflösung von Dienstverhältnissen reduziert werden. 

Parallel zur Kurzarbeit kann der im Corona-Hilfspaket enthaltene teilweise Ersatz des Vergleichsumsatzes vom November 2019 für behördlich geschlossene Betriebe über FinanzOnline beantragt werden. Der Umsatzersatz ist wie die Kurzarbeitsförderung an die Aufrechthaltung des Beschäftigtenstandes gebunden.