Grüner Rebensaft ohne Alkohol: Frühe Verjus-Ernte. Traubenernte im Hause Jungmayr hat begonnen, zumindest für den Verjus.

Von Sandra Frank. Erstellt am 24. August 2019 (05:15)
privat
Valentina Gabriel, Christina Riegler und Elisabeth Zeger im Einsatz für das Weingut Jungmayr: 2.000 Kilo des Roten Veltliners wurden bereits gelesen. Aus dem unreifen Traubenmaterial wird Verjus.

„Wir haben vergangene Woche außergewöhnlich früh mit der Weinlese begonnen“, erzählt Jungwinzer Daniel Jungmayr im NÖN-Gespräch. Mit der Weingartenschere rückte der Ebersbrunner mit seiner Freundin Elisabeth Zeger sowie Valentina Gabriel und Christina Riegler aus, um 2.000 Kilo Trauben der Sorte „Roter Veltliner“ zu ernten.

Sind die Trauben überhaupt schon reif? Nein. Aus dem Saft der unreifen Trauben soll schließlich Verjus gewonnen werden. Verjus bedeutet übersetzt „grüner Saft“ und ist alkoholfrei, erklärt Jungmayr. Der grüne Saft ist fruchtig und je nach Lesezeitpunkt hat er einen unterschiedlichen Säuregehalt.

„Ertragsregulierung gehört dazu, wenn man den Weingarten ganzjährig bestmöglich betreuen will.“Jungwinzer Daniel Jungmayr

„Verjus eignet sich hervorragend als Beigabe zu kohlensäurehaltigen Getränken und ist eine alkoholfreie Alternative zum G’spritzten oder vielleicht sogar zu Gin Tonic“, sagt der Winzer. Obwohl die Herstellung einen großen Aufwand verlangt – da die Trauben unreif sind, sind sie schwer zu pressen –, versteht der Ebersbrunner diese als nachhaltig. Warum? „Weil Ertragsregulierung dazugehört, wenn man den Weingarten ganzjährig bestmöglich betreuen will, um ausgezeichnete Weine zu keltern“, erklärt Jungmayr.

Unreife Trauben, die für diese Regulierung vom Rebstock entfernt werden, werden eben zu Verjus verarbeitet. Der Erfolg gibt dem Winzer recht, denn immerhin holte er sich mit dem Roten Veltliner Reserve die begehrte Auszeichnung „Salon 2019“.