Ehrenamt für das Lebensgefühl. Jugendliche packten an nutzten Sommerpause für Umweltbaustelle „Wachau Volunteer meets Thayatal National Park“.

Von Michael Böck. Erstellt am 12. August 2020 (08:43)

Für viele Schüler bedeuten Sommerferien in erster Linie Entspannung. Es geht aber auch anders. 15 Jugendliche – die trotz Corona auch aus Deutschland, Polen und Slowenien angereist waren – stellten sich beim Projekt „Wachau Volunteer meets Thayatal National Park“ in den Dienst der guten Sache.

Das bedeutete zum einen einiges an Arbeit, zum anderen aber auch Freundschaften und ein unvergessliches Erlebnis in freier und unberührter Natur: Mit dem von der österreichischen Alpenvereinsjugend organisierten Event sollten mithilfe der Jugendlichen eine komplexe Biodiversität, die Vielfalt an Lebensräumen und damit seltene Tier- und Pflanzenarten im Nationalpark Thayatal erhalten werden. In der Schutzregion und dem Nationalparkmanagement fallen nämlich regelmäßig einige organisatorische und körperliche Arbeiten an, die ohne freiwillige Helferlein nur schwer zu stemmen sind.

Handwerkliche Tätigkeiten gingen gut und flott voran

In den knapp zwei Wochen, in denen die Teens den Rangern des Nationalparks zur Hand gingen, wurde vieles geschafft: Zum Beispiel wurde „geschwendet, was das Zeug hält“. Das ist eine alte Form der Almbewirtschaftung, bei der alle Teile einer Pflanze außer ihrem Wurzelstock entfernt werden. Das Ziel ist kurzum, den Trockenrasen (früher oftmals als Weidefläche genutzt) zu pflegen und dabei invasive (nicht heimische) Pflanzen, wie die Robinie, zu entfernen, damit ursprüngliche „schwächere“ Arten weiter bestehen können.

Außerdem wurden in der Thaya Sedimente zwischen den Flusssteinen entfernt, um für kiesbrütende Fischarten, wie Bachforelle oder Koppe, geeignete Laichplätze freizulegen. Mit dem tschechischen Staudamm Vranov reduzierten sich nämlich aufgrund unterschiedlicher Faktoren, wie beispielsweise der veränderten Wassertemperatur, die Fischarten drastisch.

Recht bald gingen die handwerklichen Tätigkeiten – nicht allein durch schnell geschlossene Freundschaften im Camp - gut und flott von der Hand. Zu Feierabend besuchten die Teilnehmer mit Campleiter Julian Haider Heurigen oder den Retzer Erlebniskeller. Die Sprachbarrieren waren bald kein Thema mehr, es wurde gespielt, gelacht und es entstanden sogar campeigene Floskeln: „Raking is not a hobby, it’s a lifestyle!“, heißt so viel wie „Das Zusammenrechen ist kein Hobby, es ist ein Lebensgefühl“ und spiegelt den gemeinsamen Geist für die unverbrauchte Wildnis wider, der die Jugendlichen wohl für ihr weiteres Leben prägen wird.