Pinker Landessprecher Margetich vehement ohne zu sudern. Jürgen Margetich treibt Innovationen voran – innerhalb von Unternehmen und der UNOS.

Von Sandra Frank. Erstellt am 23. Oktober 2019 (05:22)
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Jürgen Margetich ist das niederösterreichische Pendant zu Markus Ganzberger. Der frühere Clubchef der Hollabrunner ÖVP verließ, wie berichtet, den Bezirk und ist nun UNOS-Landessprecher in Wien. Bei Margetich ist es umgekehrt: Er zog der Liebe wegen von der Wiener Wollzeile nach Furth und ist als Landessprecher für den Wirtschaftsflügel der NEOS aktiv. „Wir haben die Plätze getauscht“, lacht der Unternehmensberater.

Die berufliche Vita des vierfachen Vaters ist recht bunt: In seinen 20ern arbeitete er bei Serien wie „Kommissar Rex“ oder „Der Bulle von Tölz“ mit und drehte Werbespots in Spanien. Doch der Film sollte nicht sein Leben sein. So betreute der heute 51-Jährige, der seine Schulzeit in Mödling verbrachte, ein Restaurant in Wien, organisierte dort Kochevents und widmete sich der Innovationsberatung. Jetzt ist er Unternehmensberater mit einem Büro in Korneuburg.

„Ich bin Unternehmer, weil ich frei sein will und nicht am Gängelband einer beamteten Wirtschaftskammer hängen will!“ Jürgen Margetich, UNOS

Anders als Ganzberger hat Margetich keine ÖVP-Vergangenheit vorzuweisen. Der Further organisierte mit noch unter 20 Jahren mit einem Freund im ehemaligen Mödlinger Brauhof ein Zwei-Tages-Fest mit Livebands, das 2.000 Leute anzog. „Es hat einen Querdenker in der Gemeinde gebraucht, der uns geholfen hat“, erinnert er sich noch gut an einen parteilosen Gemeinderat, der die beiden Jugendlichen unterstützte, ihre Idee in die Tat umzusetzen.

Genau das habe Margetich nun bei den UNOS gefunden. „Ich habe dort Menschen kennengerlernt, die nicht sudern.“ Das entspreche seiner Denkweise: „Ich bin Unternehmensberater. Ich schau‘ mir Probleme an und löse sie.“ Ein Service, den er sich auch von der Wirtschaftskammer wünschen würde. „Dort gibt es viel Gutes. Aber die Wirtschaftskammer ist nicht fit für das 21. Jahrhundert, schon gar nicht für die Digitalisierung“, ortet Margetich.

Derzeit würden nur Gewerbe verwaltet werden. Und gerade in Niederösterreich sei die Wirtschaft reduziert auf die Landwirtschaft. „Die hat natürlich ihren Platz. Aber andere Formen auch. Eine Reduktion auf Landwirtschaft bringt uns nicht nach vorne.“ Generell sei das Klima in Österreich nicht besonders unternehmerfreundlich. „Dabei haben wir tolle Unternehmen, die sich um ihre Mitarbeiter kümmern.“ Außerdem seien es die Unternehmen, die den Wohlstand ziehen und dafür sorgen, dass man gut leben kann.

Das große Ziel der NEOS sei es, die Zwangsmitgliedschaft abzuschaffen: „Ich bin Unternehmer, weil ich frei sein und nicht am Gängelband einer beamteten Wirtschaftskammer hängen will“, sagt Margetich. Deswegen tritt UNOS bei den Wirtschaftskammerwahlen im März 2020 erneut an. Derzeit sind die Pinken in zwei Sparten und drei Fachgruppen vertreten. „Wir sind klein und vehement“, sagt der Unternehmensberater. Der Einfluss der UNOS soll sich vergrößern. Vor allem, was die EPUs betrifft. Diese sieht Margetich von der Wirtschaftskammer vernachlässigt.

„Die Wirtschaft lebt von Unternehmen, das bedeutet, dass man sich einbringen muss“, spricht er zum einen davon, dass es Kandidaten geben muss, die Ideen einbringen; zum anderen müsse das demokratische Recht, wählen zu gehen, wahrgenommen werden.

Ein weiteres Ziel sei es, den Einzug ins Bundeswirtschaftsparlament zu schaffen. Die Frage, die sich für Margetich rund um die Institution Wirtschaftskammer stellt, lautet: „Schaffen wir Möglichkeiten oder verwalten wir Unmöglichkeiten?“

Weil für den 51-Jährigen nur Ersteres als Antwort infrage kommt, müsse die Kammer eine bedarfsorientierte Interessensvertretung für Unternehmer werden, deren Serviceleistungen auf Freiwilligkeit basieren.

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