2.700 Zuschauer bejubelten die Lipizzaner. Die weißen Pferde der Spanischen Hofreitschule beeindruckten bei der 11. Lipizzanergala einmal mehr die Gästen. Nach diesem Auftritt ziehen sie sich in die "Sommerferien", die sie am Heldenberg verbringen, zurück.

Von Sandra Frank. Erstellt am 30. Juni 2019 (18:16)

Lipizzaner kommen als braune Fohlen zur Welt und werden erst mit dem Fellwechsel zum anmutigen weißen Pferd. Jene, die dennoch ihre braune Farbe behalten, gelten als Glücksbringer. Ein solches Tier hat bei der Lipizzanergala am Heldenberg dieses Mal gefehlt. Und das blieb nicht ohne Folgen. Zum Glück war mit Christian Graf von Plettenberg wie immer ein souveräner Moderator in der Arena, der die kleinen Fehler im zeitlichen Ablauf charmant kaschierte.

Autos verstellten Lipizzanern den Weg

Nach dem Auftritt der Jugend-Radetzkykapelle Heldenberg und der Begrüßung der Ehrengäste, sagte Plettenberg: „Wir haben ein Problem.“ Vier Pkw waren nämlich so abgestellt, dass die Pferde nicht vorbeikamen. „Und die sind heute das Wichtigste“, meinte der Moderator lachend und verlas die Kennzeichen.

Schließlich konnten die Mutterstuten mit ihren Fohlen die 11. Lipizzanergala am Heldenberg eröffnen. Die Jungtiere wurden ab April dieses Jahres geboren, die Spanische Hofreitschule freute sich heuer über gleich 47 Geburten. 21 der Fohlen sind Hengste, der Nachwuchs ist also gesichert. 

Sonja Klimas erster großer Auftritt am Heldenberg

Die Bedeutung der Lipizzanergala am Heldenberg, übrigens der letzte Auftritt, bevor die weißen Hengste in Sommerpause gehen, erkannte Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister daran, dass die Veranstaltung erneut ausverkauft war. „Der Heldenberg ist ein Ort der Regeneration für die Hengste“, weiß auch Sonja Klima, die erstmals als Geschäftsführerin der Hofreitschule bei diesem Event dabei war.

„Weiß jemand, wo die Sängerknaben sind?“, moderierte Plettenberg „Österreichs Goldene Stimmen“ zwar an, die Burschen und Kapellmeister Jimmy Chiang ließen aber auf sich warten. „Sie werden heuer immerhin 521 Jahre alt“, fand der Moderator eine Erklärung für die Verspätung.

Auch das Timing des Traktors, der die Bahn für den Auftritt der Hengste wieder herrichtete, stellte den Moderator vor eine Herausforderung. Denn das Gerät fuhr genau zu dem Zeitpunkt ein, als die Wiener Sängerknaben mit den „Banditen-Galopp“ eröffnen wollten. Mit Humor überbrückte Plettenberg auch diesen unvorhergesehen Auftritt.

Elegante Auftritte von Pferden und Bereitern

Mit vollkommener Harmonie und Eleganz marschierten die weißen Pferde am Heldenberg ein. Das Wiehern der Lipizzaner deutete der Moderator so: „ Sie haben zu wenig Applaus gegeben“, wandte er sich an die 2.700 Zuschauer. Die Hengste würden noch gelassener werden, wenn sie während der Vorführung Applaus bekämen.

Von da an hielt sich das Publikum nicht mehr zurück: Bei der Schule über der Erde, der Arbeit an der Hand und zum Abschluss bei der beeindruckenden Schulquadrille („Die Krönung all dessen, was wir bisher erlebt haben.“): Die Gäste klatschten mit Begeisterung.

Ausklang im Englischen Garten und der Orangerie

Nach der beeindruckenden Aufführung ließen die einen den Samstagabend im Englischen Garten des Heldenbergs ausklingen, wo die Winzer ihre Weine präsentierten. Für die anderen ging es zum Empfang in die Orangerie. Als hier die Sperrstunde anbrach, lud Bürgermeister Peter Steinbach den harten Kern, zu dem auch Sonja Klima zählte, in die LPSM-Vinothek ein, wo die Gala bei heiteren Gesprächen und einem Glaserl Wein ausklang.