Pfarrer verstarb: Trauer um Hochwürden mit Humor. Norbert Pecha, lange Pfarrer von Ziersdorf, Großmeiseldorf, Fahndorf, Rohrbach, Gettsdorf und Glaubendorf, tot.

Von Sylvia Stark und Barbara Witzany. Erstellt am 04. April 2020 (06:01)
Hat in der Gemeinde seine Spuren hinterlassen: Pfarrer Norbert Pecha.
privat

Vor 49 Jahren kam Pfarrer Norbert Pecha nach Ziersdorf. Seit 1. Juli 1971 brachte er hier frischen Wind in die Pfarre. Am vergangenen Mittwoch schloss er – kurz vor seinem 78. Geburtstag – im Pflegeheim der Barmherzigen Brüder in Kritzendorf für immer seine Augen. In der Gemeinde hat er seine Spuren hinterlassen.

„Pfarrer Pecha hat den Religionsunterricht vermenschlicht. Er sprach mit uns Schülern auch über weltliche Probleme und Tabuthemen“, erinnert sich Bürgermeister Hermann Fischer. Norbert Pecha sei ein Vertreter einer neuen Generation von Priestern gewesen. Habe es bei den „Altpfarrern“ im Unterricht keinen Schmäh geben dürfen, so war das bei Pecha anders.

Das bestätigt Maria Weidinger. „Der hat einen gesunden Humor gehabt“, erzählt die Senior-Winzerin aus Ziersdorf und erinnert sich gern an den Geistlichen: „Nach der Messe ist er wieder durch unseren Hof heimgegangen und manchmal auf ein Glaserl Wein geblieben.“

Gertrude Weinbub aus Hollenstein erinnert sich an die Erstkommunion ihrer Tochter. Sie hatte Angst, sich die Texte dafür nicht merken können. Pfarrer Pecha beruhigte das Mädchen: „Wir proben das so lange, bis der Text von alleine sitzt.“ Nette Anekdoten vom Pfarrer werden sich die Ziersdorfer wohl noch lange erzählen. „Das Weinlesefest 1971 moderierte Pecha so locker und humorvoll, dass es die auswärtigen Besucher nicht glauben konnten, dass Pecha ein Pfarrer ist“, schmunzelt Gertrude Weinbub bei der Erinnerung.

Als er 1971 nach Ziersdorf kam, gründete der Pfarrer eine Pfandfindergruppe. Gemeinsam mit den Kindern aus Bruck, wo Pecha zuvor Kaplan war, fuhr man auf Zeltlager. Die Pfingstausflüge auf den Köhlberg waren stets ein Erlebnis.

„Der Pfarrer war bei jedem Fest als fröhlicher Gast dabei. Er war der Priester bei meiner Hochzeit und hat mich mein ganzes Leben begleitet – und das im positiven Sinne“, schildert Bürgermeister Fischer. In Pechas Wirkenszeit wurde beim Pfarrsaal ein Zubau errichtet, es wurden vier Kirchenglocken angebracht, das Kreuz auf der Kirche wurde vergoldet, das Kirchendach neu gedeckt.

„Er war etwa 25-mal in Israel, einmal waren 45 Ziersdorfer dabei“, erinnert sich Gettsdorfs Ortsvorsteher Karl Hummel und führt weiter aus: „Er war ein guter Freund, man hat sehr gut mit ihm reden können.“

Pecha wird am 3. April zu Grabe getragen. Der Dankgottesdienst wird in der Pfarrkirche Gettsdorf zu einem passenden Termin, zu dem gesondert eingeladen wird, gefeiert.“

-syst, bw-