Kläranlagen-Kapazitäten: „Gibt keinen Grund zur Panik“. Sierndorfer Bürgerliste meint, Kapazitäten seien ausgeschöpft. Göllersdorfs Bürgermeister entwarnt: „Wir erweitern.“

Von Sandra Frank und Karin Schuhböck. Erstellt am 08. März 2019 (03:48)
Karin Schuhböck
Die Gemeinden Sierndorf und Göllersdorf teilen sich eine Kläranlage in Sierndorf. Demnächst beginnt die Feinplanung zur Vergrößerung.

„Die Kläranlage ist voll funktionsfähig“, reagiert Göllersdorfs VP-Bürgermeister Josef Reinwein auf die Kritik der Sierndorfer Bürgerliste, über die die Korneuburger NÖN in der Vorwoche berichtete.

Wünsch: „Es ist fünf vor zwölf“

Göllersdorf teilt sich die Anlage mit der Nachbargemeinde Sierndorf. Diese wurde 1997 eröffnet. Jetzt seien die Kapazitäten am Ende. „Es ist fünf vor zwölf“, meint Gerhard Wünsch, Gemeinderat der Sierndorfer Liste.

Die Kläranlage sei auf 9.500 Einwohnergleichwerte (EGW) ausgelegt – das sind Einwohner plus Gewerbebetriebe, Schulen oder Gastrobetriebe. Derzeit würden 9.365 EGWs ihre Abwässer in die Kläranlage entlassen, wie Wünsch aus einem Gespräch mit dem Sierndorfer VP-Bürgermeister Gottfried Muck weiß.

Wünsch meint, dass die Gemeindeführung das Problem bisher nicht zur Sprache gebracht habe und erst reagieren werde, wenn es zu spät sei, und schnell gehandelt werden müsse.

Monihart
Josef Reinwein ist Obmann des Gemeindeabwasserverbandes.

Reinwein, der Obmann des Gemeindeabwasserverbandes Sierndorf-Göllersdorf ist, winkt auf Nachfrage der Hollabrunner NÖN ab: „Die Kritik entbehrt jeder Grundlage. Es gibt überhaupt keinen Grund zur Panik.“ Niemand müsse sich vor verstopften Kanälen fürchten.

Eine Erweiterung der Kläranlage sei nämlich längst geplant, und eben nicht erst durch den Zuruf der Sierndorfer Bürgerliste. „Das liegt in der Natur der Sache“, sagt Reinwein, dass der Verband, der die Anlage betreibt, die Situation schon länger im Auge habe. Die beiden Gemeinden würden wachsen. „Sierndorf stärker als Göllersdorf, aber auch wir wachsen“, betont der Gemeindechef.

Bereits Mitte 2017 sei hinterfragt worden, was technisch möglich sei. Eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben. „Die Ergebnisse liegen am Tisch“, gebe es Material, mit dem gearbeitet werden kann. „Bei der nächsten Rechnungsabschluss-Sitzung wird schon gestartet“, spricht der Verbands-Obmann davon, dass im April oder Mai in die Feinplanung übergegangen werden soll. „Die Entscheidung, wie wir tatsächlich weitertun wollen, wird dann wahrscheinlich im Herbst fallen“, meint Reinwein.