Großes Lob für Hollabrunns Polit-Urgestein. Wolfgang Scharinger lud zur Geburtstagsfeier: Familie, Freunde und Weggefährten feierten mit dem Mann, der sein Herz auf der Zunge trägt seinen 60. Geburtstag.

Von Sandra Frank. Erstellt am 15. Juli 2019 (11:33)

„So viel Lob, da werde ich ja direkt rot“, freute sich Stadtrat Wolfgang Scharinger bei seiner Geburtstagsfeier, dass die Festredner viel Positives über ihn als Hollabrunner Polit-Urgestein zu sagen hatten. 

60 Jahre ist der Hollabrunner nun alt, knapp 30 davon ist er in der Kommunalpolitik tätig. „Solange du in der Politik bleibst, werde ich nicht der Älteste sein im Rathaus“, erzählte Bürgermeister Alfred Babinsky, dass er den ehemaligen FPÖ- und nunmehrigen Bürgerlisten-Stadtrat bereits seit seiner Jugend kenne. Nur etwas mehr als ein Jahr trennt die beiden voneinander. 

Trotz medialem Hick-Hack: gemeinsame Autodrom-Fahrt

Scharinger habe ihn immer schon herausgefordert und motiviert. Als Babinsky Geschäftsführer der Messe GmbH gewesen ist, habe Scharinger ihm über die Zeitung oft ausrichten lassen, wie unzufrieden er sei, aber: „Wir sind bei jeder Eröffnung mit dem Autodrom gefahren.“ Der Bürgermeister habe den Jubilar als jemanden kennengelernt, der alles mit Liebe und Leidenschaft tue.

Dazu gehört nicht nur die Kommunalpolitik. Wenn Enkelkind Alina von ihrem Opa spricht, dann kommt in jedem Satz der Zweijährigen „Eis“ oder „Rad“ vor, wie Scharingers Tochter Nina den Festgästen berichtete. 

Ein Eisfahrrad für neue Selbstständigkeit?

Und darum fuhr plötzlich ein Eisfahrrad in den Stadtsaal ein, mit dem Scharinger seine Gäste versorgen konnte. „Ich kann dir helfen, wenn du damit in die Selbstständigkeit gehen möchtest“, meinte Babinsky und hatte gleich einige Ideen, wo der Jubilar sein Eis verkaufen könnte.  

Einer, mit dem Scharinger gern und leidenschaftlich über Angestelltendasein und Selbstständigkeit diskutiert, ist Sascha Bauer. Der Fitnessstudiobesitzer ist Mitglied der Bürgerliste Scharinger und fand die passenden Worte, um den Jubilar zu beschreiben: Ein Vorreiter, was soziale Medien betrifft, sei Scharinger sicherlich nicht. „Da bist du eher altmodisch.“ Was den Stadtrat aber auszeichne: „Du hast Werte und lebst danach.“ 

Der "gute Wolfgang" ist ein "ganz Lieber"

Sein Herz trage er auf der Zunge, dennoch bezeichnete ihn Altbürgermeister Max Kaltenböck als einen „ganz Lieben“. Auch der Hochwürden der Stadt spreche vom „guten Wolfgang“. Da Scharinger weder der ÖVP nahesteht und nicht jeden Sonntag auf der Kirchenbank sitzt, sieht Bauer darin eine Bestätigung, dass der Weg des Jubilars der richtige sei.

„Du bist wirklich ein Glücksfall“, fand Pfarrer Pfeifer lobende Worte für das Geburtstagskind. „Die Toten danken es dir wirklich“, erzählte der Geistliche lachend, dass er sehr zufrieden damit sei, wie sich der Friedhof entwickelte, seit Scharinger als Stadtrat für dieses Ressort zuständig ist.  

Diesen Lobesreden lauschte ein Stadtsaal, voll besetzt mit Familie, Freunden und Wegbegleitern aus Scharingers Leben. „Ich bin trotzdem groß und stark geworden“, erzählte der Stadtrat von seiner Kindheit, als das WC noch am Gang außerhalb der elterlichen Wohnung in der Babogasse war. 

"Bist endlich so alt, wie du ausschaust"

Alois Fritz, Musikschuldirektor in Pension, lernte der 60-Jährige als jungen Lehrer kennen. Alt-Kicker des SC Hollabrunn rund um den ehemaligen Kapitän Gottfried Zinnagl gehörten ebenfalls zu den Geburtstagsgästen. Ralf Muhr von der Wiener Austria schickte eine Video-Botschaft zum Geburtstag seines "Lieblingsmanagers". "Jetzt bist du endlich so alt wie du ausschaust!"

Ende der 1980er-Jahre übernahm Wolfgang Scharinger die Führung der Freiheitlichen Partei in Hollabrunn. Damals mit einem Mandat. In seiner Ära wuchsen die Blauen auf sechs Mandate an, erarbeiteten sich einen Nationalratsabgeordneten und erhielten ein Parteilokal. Während dieser Zeit konnte er einen immer um Rat fragen: Manfred Frey, ehemals Vizepräsident der Österreichischen Nationalbank. 

Scharinger ist seit vier Jahren politisch Selbstständig

Vor vier Jahren habe Scharinger schließlich den Schritt in die politische Selbstständigkeit gewagt, an seiner Seite nicht nur Sascha Bauer, sondern auch Klubobfrau Daniela Lichtenecker. „Ich besuche auch Stammtische. Bei einem hab‘ ich es sogar bis zum Präsidenten geschafft“, freute sich der Jubilar, die Freitagsstammtischrunde, die sich am Donnerstag trifft, im Stadtsaal zu begrüßen.  

Ein langjähriger Wegbegleiter, der die Hollabrunner Gastronomie geprägt hat, ist Otto Bachheimer. Dessen Gattin Grete überraschte Scharinger mit einem Gedicht. 

Und obwohl eigentlich nach dem Herrn Pfarrer niemand mehr sprechen darf, wie Scharinger betonte, gab es noch eine Überraschung, bevor die Jungen Fetzer aufspielten: Erich Mokesch gab spontan eine seiner legendären Gesangseinlangen und sang dem Jubilar „Ein schöner Tag ist uns beschert“.