„15 Euro pro Quadratmeter?“ Feilscherei um Kellerfleckl. Gemeinderat in Wullersdorf einigte sich nach Debatte auf einen günstigeren Quadratmeterpreis in Schalladorfer Kellergasse.

Von Sandra Frank. Erstellt am 20. September 2019 (06:05)
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Symbolbild

Grundkäufe in der Schalladorfer Kellergasse werden im Gemeinderat oft heiß diskutiert. Die sogenannten „Kellerfleckl“ hinter den Presshäusern sind öffentliches Gut und somit im Besitz der Gemeinde. Verkauft werden sollen diese, wie berichtet, nicht, so der Wunsch der Schalladorfer.

NÖN
Ignaz Schnötzinger (FPÖ) wehrte zuhohen Quadratmeterpreis ab.

Jetzt stellte eine Familie den Antrag, eine Fläche von 50 Quadratmetern in der Kellergasse zu erwerben. „Wie kommt ihr auf 15 Euro pro Quadratmeter?“, wollte FPÖ-Gemeinderat Ignaz Schnötzinger wissen.

Denn dieser Preis wird in der Katastralgemeinde nur für Bauland verlangt. Der Freiheitliche stellte darum den Antrag, die Fläche um die sonst üblichen zehn Euro pro Quadratmeter zu verkaufen.

Bebaubarer Grund oder grüne Wiese?

„Es ist kein Kellerfleckl“, argumentierte Bürgermeister Richard Hogl. Es handle sich dabei um einen bebaubaren Grund. Schnötzinger konterte, dass es sich hier genauso um ein Wiesengrundstück handle wie zuletzt bei einem anderen Beschluss, als die Gemeinde den Verkauf einer Fläche ablehnte. „Es kann nicht sein, dass wir die Grundstücke einmal so und einmal so vergeben“, schaltete sich SPÖ-Vorsitzender Gerhard Sklenar ein, der angab, dass im Gemeindevorstand gar nicht über den Preis gesprochen worden sei.

NOEN
Hätte nichts gegen 250 Euro mehr für die Gemeinde gehabt: ÖVP-Mandatar Hubert Pimberger.

„Für einen aufgeschlossenen Grund verlangen wir 15 Euro. Dort ist der Grund aber nicht aufgeschlossen“, meinte der parteilose Adolf Zahlbrecht, dass die Entscheidung klar sei. ÖVP-Mandatar Hubert Pimberger sah einen Vorteil: „Wenn wir jemanden haben, der‘s um 15 Euro kaufen will, warum sollen wir es dann nicht nehmen?“ Dieses Ansinnen gefiel Zahlbrecht gar nicht: „Wir können nicht mit zweierlei Maß messen!“

Vizebürgermeisterin Annemarie Maurer (ÖVP) versuchte zu vermitteln und erklärte: „Es ist eine Kellerparzelle, auf die ein Keller d’raufgestellt werden kann. Darum die 15 Euro.“ Hogl wollte dazu die Meinung des Schalladorfer Mandatars Günther Rohrer wissen. „Mir ist es egal. Ich bin mit der Familie gut, darum freut es mich, wenn sie weniger zahlt. Als Gemeinderat freu‘ ich mich natürlich, wenn jemand mehr zahlt.“ Das „Mehr“ wären im konkreten Fall 250 Euro.

„Können wir mit zehn Euro leben?“ Mit dieser Frage brachte Bürgermeister Hogl den Antrag von Ignaz Schnötzinger zur Abstimmung. Alle Mandatare stimmten zu.