Gockel, Pfau, Sexbombe: Premiere im tww. Mit „Hinter der Fassade“ hatte am Samstag ein Stück im tww Premiere, das den Besuchern genussvoll den Spiegel vorhält.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 13. November 2019 (04:06)
Was sich wohl die anderen denken, ist eine Frage, die in „Hinter der Fassade“ für viel Vergnügen sorgt.
Anna Zehetgruber

Wer will eigentlich so genau wissen, was Freunde wirklich über einen denken? Nun, diesem Problem müssen sich Daniel (Christian Kainradl), Isabelle (Kerstin Zinober), Patrick (Peter Pausz) und Emma (Jeanette Nagy) in der Komödie „Hinter der Fassade“ von Florian Zeller stellen.

Patrick hat seine langjährige Lebensgefährtin verlassen und bringt zum Kennenlernen Emma zu seinen Freunden Daniel und Isabelle mit. Abgesehen davon, dass Isabelle mit Patricks Ex-Partnerin befreundet ist, ist Emma der fleischgewordene Bubentraum für Männer in der Midlife-Krise.

Jeanette Nagy spielt diese Femme fatale absolut rollendeckend, ohne dabei zum Dummchen zu verkommen. Auch Christian Kainradls Daniel ist von Emma fasziniert und plustert sich vor der neuen Liebe seines Freundes auf wie ein Pfau.

Der Patrick von Peter Pausz ist ganz dandyhafter Gockel, der Emma wie eine Trophäe präsentiert und sich auf dem Weg in ein neues Paradies wähnt.

Kerstin Zinobers Isabelle steht angesichts von Gockel, Pfau und Sexbombe ziemlich allein da – tut dies aber grandios. Sie führt fast exemplarisch vor, wie man mimisch treffsicher Pointen setzt und wie wenig Worte es braucht, um zu verstehen, was ihre Figur denkt.

Die Inszenierung von Ursula Leitner ist sorgfältig gearbeitet und besticht durch perfektes Timing, das die Pointen noch mehr schillern lässt.