Juniorchef Walter Angenbauer startet 2020 durch. Jung-Bäcker Walter Angenbauer hat heuer viel vor. Erster Schritt: neue Filiale am Retzer Hauptplatz.

Von Sandra Frank. Erstellt am 10. Januar 2020 (12:02)
Vater und Sohn in einer Backstube: Walter Angenbauer junior übernahm mit 1. Jänner den Guntersdorfer Bäckereibetrieb. Im Juni wird eine Filiale am Retzer Hauptplatz eröffnet.
Manuela Winkler/La Photographi

Mit 2020 bricht für die Bäckerei Angenbauer eine neue Ära an: Die Betriebsübergabe von Walter Angenbauer senior an Juniorchef Walter Angenbauer (27) ist mit 1. Jänner über die Bühne gegangen. „Aus wirtschaftlichen und miettechnischen Gründen“ wurde die Filiale in Sierndorf nach 32 Jahren geschlossen. „Beim Nahversorger sind wir aber noch vertreten“, sagt der frischgebackene Firmenchef im NÖN-Gespräch. Von der Schließung waren drei Mitarbeiter betroffen.

Unter Dach und Fach ist außerdem, dass Angenbauer eine neue Filiale eröffnen wird: „Wir haben die ehemalige Bäckerei Blei am Retzer Hauptplatz übernommen.“ Der Planungsvertrag ist bereits unterzeichnet. Drei bis vier Arbeitsplätze werden dort entstehen.

„Das würde alles nicht so gehen, wenn wir nicht megatreue Kunden in Guntersdorf hätten.“ Bäcker- und Konditormeister Walter Angenbauer jun.

„Wir müssen komplett sanieren“, spricht der 27-Jährige da-rüber, was als Nächstes ansteht. Es freue ihn besonders, dass die Zusammenarbeit mit Familie Mautner, Besitzer des Gebäudes in Retz, so gut funktioniert. „Produzieren werden wir aber auf jeden Fall weiterhin in Guntersdorf“, betont er. Dieser Standort in der Kirchengasse besteht seit 1983. „Anfang der 1990er-Jahre haben wir das Café dazu gemacht“, erzählt der Seniorchef, der seinem Sohn nach wie vor als stützende Kraft in der Bäckerei zur Seite steht.

Eine Bäckerei und Konditorei mit Kaffeehaus wird auch in Retz entstehen. „Der ganze Bereich, wo früher der Nahversorger war, wird ebenfalls zum Kaffeehaus“, gibt Angenbauer Einblicke in seine Pläne für den neuen Standort. Mit den Sanierungs- und Umbauarbeiten wird bald begonnen, diese finden in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt statt. Eröffnet soll die neue Filiale im Juni dieses Jahres werden. „Das würde alles nicht so gehen, wenn wir nicht megatreue Kunden in Guntersdorf hätten“, ist der Juniorchef dankbar.

Dass sich alles so positiv entwickeln würde, daran hatte Angenbauer vor einem Jahr nicht geglaubt. Da hätte er bereits den Betrieb von seinem Vater übernehmen sollen, doch er hatte zwei Projekte an der Angel, die Übernahme wurde verschoben. Die Projekte kamen – überraschend für den jungen Bäckermeister – nicht zustande. Danach nahm er sich eine Auszeit, war als Lkw-Fahrer tätig, schnupperte sogar in den Polizeidienst hinein. In diesen sechs Monaten sei ihm aber klar geworden, dass ein Angestelltendasein nicht seine Sache ist.

Für die Entwicklung des Stammbetriebs in Guntersdorf hat der Neo-Geschäftsführer bereits Pläne: „Mit Retz kommen wir an unsere Betriebskapazitäten.“ Darum werde die Produktionsstätte in absehbarer Zukunft ausgebaut.