Haugsdorfer Kellertrift steht im Zeichen der Kunst. Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Weinverkostung und Kulinark - das alles wird am 24. und 25 August in der großen Kellertrift Haugsdorf den Besuchern von Kunst & Wein geboten. Die Aufbauarbeiten liefen bis zuletzt.

Von Romana Schuler. Erstellt am 24. August 2019 (14:04)

Das Kunst & Wein-Fest wird Haugsdorf an diesem Wochenende dominieren, die Vorbereitungsarbeiten liefen bis zuletzt auf Hochtouren. „Dabei startet die Organisation mit den die ersten Planungen und Entscheidungen bereits im November davor“, erzählt der Winzer Toni Schöfmann, der im Verein Kunst & Wein aktiv tätig ist.   

Insgesamt 19  Winzerinnen laden am 24. August (ab 16 Uhr) und am 25. August (ab 15 Uhr)  zur Verkostung ihrer Weine an der Weinbar in der Kellertrift ein. Speisen aus der tschechischen Küche bietet das Kunst & Wein-Kulinarium, das unter dem Motto „Grenzenlos genießen“ steht. Das Haugsdorfer Gasthaus Slon tischt regionale Schmankerln in der Kellertrift auf. Daneben gibt es ein Keller-Café mit selbst gemachten Mehlspeisen der Winzerinnen, und die Landjugend Haugsdorf organisiert einen Heurigen in zwei Presshäusern. Am Samstagabend wird eine Grillstation betrieben. 

Erstes Weingespräch in Haugsdorfer Kellertrift

Die Mitorganisatorinnen Heidi Bauer und Andrea Kitla sowie die Obfrau des Vereins Kunst & Wein, Irene Zöch, sind sich einig, dass diese Veranstaltung sehr viel Positives für die Region bringt. Dieses Jahr freuen sie sich besonders auf das vielseitige Programm, das für den zweitägigen Event zusammengestellt worden ist. So findet erstmals auch ein Weingespräch zum Thema „Rebsorten im Wandel der Zeit“ statt. Auf die jüngsten Festgäste wartet ebenfalls ein breites Angebot – vom eigenen Kinderkeller bis hin zum Kindertheater.

Die Lesungen bei Kunst & Wein sind längst legendär. Dieses Jahr konnten die Veranstalter Ernst Gelegs, Johannes Krisch, Barbara Neuwirth und Ursula Strauss dafür gewinnen, aus ihren Büchern vorzulesen. Das interessierte Publikum findet im Lesekeller der Buchhandlung Alexowsky gleich die Möglichkeit zum Nachlesen.

Am Samstag ab 21 Uhr steht „Der Nino aus Wien“ auf der Bühne und wird ab 22.30 Uhr von Chief Jackson abgelöst.

In der Ausstellung „30 Jahre Grenzöffnung“ werden Arbeiten von Trautonia Capra, Heidi Drahota, Lenka Neuhauserová, Jirí Ryšavýes und Herbert Steiner präsentiert.

Trautonia Capra zeigt eine audiovisuelle Installation und Performance. Das Thema sind die Heimatvertriebenen von damals und von heute, die visuell und akustisch in Zusammenhang gebracht werden.

Perfekt gestrickter "gedeckter Tisch"

Die Künstlerin Heidi Drahota stellt mit ihrer Filzarbeit „Das Grüne Band“ die historische Grenze mit dem Todesstreifen zwischen Ost und West dar. In einer weiteren gezeigten Arbeit, „Der gedeckte Tisch“, sind alle Speisen so perfekt gestrickt, dass man am liebsten in die Nürnberger Bratwurst hineinbeißen möchte und die Illusion erst beim Anfassen erkennt. Drahota will damit auf das grenzenlose Konsumverhalten der Gesellschaft hinweisen.

In der figurativen Malerei von Lenka Neuhauserová tauchen surreale, symbolhafte Motive wie Katzenpaare oder menschliche Figuren auf.

Jirí Ryšavýes zeigt in seiner Malerei Konfiguration von Felsbrocken aus seiner Heimat Vranov: „Ich will die Seele dieser Steine porträtieren.“

Herbert Steiner kombiniert in seinen Objekten Schwemmholz mit Keramik. Die unbekannten Geschichten dieser Hölzer, die er an verschiedensten Orten findet, faszinieren ihn: „Vielleicht sind diese Hölzer sogar durch mehrere Länder geflossen und tragen somit die Idee von Grenzlosigkeit in sich.“ Durch den künstlerischen Prozess des An- und Einpassens von kleinen bunten Keramiken kommen die Hölzer zu einer neuen Sichtbarkeit und Bedeutung. Steiner schreibt auch Gedichte und veröffentlicht seine Texte in selbst gebundenen Büchern, die zugleich kleine Kunstwerke sind.