Hogl und Ecker bremsen Hollabrunner SPÖ-Ideen. Die Hollabrunner Geburtenabteilung soll erweitert werden, geht es nach der Bezirks-SPÖ. Die beiden Landtagsabgeordneten des Bezirks warnen vor solchen Zurufen während der Coronakrise.

Von Sandra Frank. Erstellt am 06. April 2020 (16:03)
Richard Hogl (l.) und Georg Ecker (r.) gehören zwar nicht der selben Partei an, sind sich aber einig, dass Schnellschüsse während einer Krise nicht der richtige Weg sind.
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Geht es nach der SPÖ, sollen am Weltgesundheitstag (7. April) die Fahnen gehisst werden, um den Systemerhaltern ein Zeichen des Danks zu übermitteln. Außerdem wollen die Roten, dass die Geburtenabteilung des Hollabrunner Landesklinikums nach der Coronakrise vergrößert wird. Die Landtagsabgeordneten der Region seien hier gefragt.  

„So etwas muss man sich in Ruhe überlegen“, rät Georg Ecker, Landtagsabgeordneter der Grünen, von Schnellschüssen während der Krise ab.

Wenn diese überstanden sei, müsse das Gesundheitssystem generell analysiert werden. „Im Zuge dieser Analyse kann ich mich mit dieser Forderung auseinandersetzen.“ Eine Lehre, die man für die Zukunft sicher ziehen müsse: „Der extreme Sparkurs im Gesundheitsbereich muss ein Ende haben.“ Jetzt sei eindeutig zu erkennen, wie wichtig die Arbeit von Gesundheits- und Pflegerpersonal sei. Diese Leistung müsse sich künftig auch in der Bezahlung dieser Berufsgruppen widerspiegeln.

"Coronakrise eignet sich nicht für Zurufe"

Richard Hogl, Landtagsabgeordneter der ÖVP, spricht indes von einem „hervorragend funktionierenden“ Gesundheitssystem in Niederösterreich, von dem man sich international einiges abschauen könnte. Er stimmt Ecker aber zu: „Die Coronakrise eignet sich nicht, um solche Zurufe zu machen“, spricht der Abgeordnete die SPÖ-Forderung nach einer größeren Geburtenabteilung an. Das Klinikum werde nach Maßgabe weiterentwickelt. Das sei beim aktuellen Zubau zu sehen. Für diesen habe sich Hogl massiv eingesetzt.

Auch das Ansinnen der SPÖ, die Fahnen zu hissen, begeistert Hogl wenig. „Damit ist den Systemerhaltern auch nicht geholfen. Schaffen wir lieber g’scheite Rahmenbedingungen, dass alle gut arbeiten können“, will der Abgeordnete seine Österreich-Flagge nicht aufziehen. „Ich beflagge mein Haus nur am 26. Oktober.“ Er würde sich freuen, wenn hier mehr Menschen Flagge zeigen würden, und nicht dann, „wenn sich’s eine Partei einbildet“.