An Corona erkrankt: "Es kommt Wut hoch"

Wo er sich das Virus eingefangen hat, kann Helmut Schneider nicht nachvollziehen. Erwischt hat es ihn mit ordentlicher Wucht.

Erstellt am 04. Dezember 2021 | 05:14
Lesezeit: 1 Min
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Bei der NÖN-Talenteshow war Helmut Schneider noch topfit, wenig später schlug Covid zu.
Foto: Jennifer Hochmayer

Erst ein bisschen Schnupfen. Da denkt man sich um diese Jahreszeit nicht viele dabei. Doch dann fuhr Covid-19 richtig ein – bei Hollabrunns Stadtsaal-Betriebsleiter Helmut Schneider, der in den letzten Monaten selbst als Organisator von Impf- und Teststraßen voll eingesetzt war.

„Plötzlich konnte ich keine fünf Wörter mehr sagen, ohne nach Atem zu ringen, und hatte Erstickungssymptome“, schildert Schneider im NÖN-Gespräch. Mit Tipps des Schwagers, der Internist ist, Medikamenten, Sauerstoffmessgerät und viel Bauchlage, um die Lunge zu entlasten, entging er einem Krankenhausaufenthalt.

Im September war Booster noch nicht erlaubt

„Da kommt schon auch Wut hoch und man fragt sich, warum Israel schon im September geboostert hat und bei uns noch alles in Agonie war“, sagt Schneider, der selbst mit dem Vakzin von AstraZeneca geimpft war. „Als ich im September um einen Booster gefragt habe, wurde mir gesagt, dass das noch nicht erlaubt ist“, erinnert sich der Stadtsaal-Chef an die Vorgaben des nationalen Impfgremiums. Nun will er nach seiner Genesung keine sechs Monate warten, sondern sich im Jänner die dritte Impfung holen.

„Man kriegt mit, wie grauslich das ist“, resümiert Schneider seine Erkrankung – nicht ohne auf jene hinzuweisen, die auf den Intensivstationen noch schlimmer leiden.

Aus beruflicher Sicht hat er wohl weitere harte Monate vor sich. Im Stadtsaal wird es in diesem Jahr keine Veranstaltung mehr geben, auch private oder Firmen-Weihnachtsfeiern wurden abgesagt. „Der Ticketverkauf ist völlig eingebrochen. Auch unsere Agenturen teilten uns mit, dass die Menschen derzeit keine Lust auf Veranstaltungen haben und die Unsicherheit zu groß ist, ob ein Termin überhaupt stattfindet, für den ich mir jetzt Karten kaufe“, erklärt Schneider. „Unter diesem Effekt werden wir noch länger leiden!“