Bewegung in der Fuzo: Jetzt fehlen nur neue Nachbarn. Hollabrunn: Buchhandlung „Frau Hofer“ und Hairsalon Martin Hammerschmid übersiedeln nur wenige Meter in neue Lokale.

Von Belinda Krottendorfer. Erstellt am 03. Dezember 2020 (04:16)
„Christbaum muss sein, wenn Platz ist!“ Inge Hofer präsentiert die weihnachtlich dekorierte Auslage des neuen Geschäftslokals.
Belinda Krottendorfer

Am 16. November, einen Tag vor dem harten Lockdown, eröffnete die Buchhandlung Hofer an der neuen Adresse Sparkassegasse 18, wo sich einst die Modeboutique „Bonita“ befand. Mit 195 m² habe das Lokal nun endlich die ideale Größe, um das Sortiment schön unterzubringen.

Erst Mitte März war „Frau Hofer“ in das ehemalige „Splash“ in der Sparkassegasse 22 übersiedelt. „Das alte Lokal hatte nicht einmal 100 m². Jetzt müssen unsere Kunden endlich nicht mehr aufpassen, nicht an Ständer anzurennen“, scherzt Inge Hofer. Damals im März wusste sie noch nicht, dass „Bonita“ zusperren würde. Nachdem zwei Tage lang ein Kastenwagen vor der Modeboutique gestanden war, entdeckte Hofer schließlich das Plakat des Immobilienmaklers.

„Ich versuche, den Lockdown positiv zu sehen. So habe ich wenigstens Zeit zum Übersiedeln.“Martin Hammerschmid

Am 13. November wurde mit den Umbauten im neuen Lokal begonnen; am darauffolgenden Montag wurde bereits aufgesperrt. Besonders ins Auge sticht der große Christbaum in der Auslage. „Ein Christbaum gehört ganz einfach ins Geschäft, wenn Platz ist“, meint die Unternehmerin.

Die Buchhandlung Hofer kann bereits auf eine Reihe an Übersiedlungen zurückblicken: 1994 eröffnete sie erstmals in Hollabrunn in der Brunnthalgasse. Danach folgten Umzüge in die Bahnstraße (jetzige Trafik Artner), Sparkassegasse 32 (jetziger Schoko-Laden Strassberger) und Sparkassegasse 28 (ehemaliger Libro). Letzteres Lokal sei mit 400 m² eindeutig zu groß gewesen. 2020 folgten schlussendlich die Umzüge in die Fußgängerzone.

Im zweiten Lockdown können Kunden wie gewohnt im Onlineshop einkaufen. Ebenso kann man die Buchhandlung telefonisch oder per E-Mail kontaktieren, wenn man etwas in der Auslage für sich entdeckt hat. Hofer hofft, dass sie mit ihrem Geschäft ein Animateur in der Fußgängerzone ist und sich wieder weitere kleine Geschäfte ansiedeln werden.

Hairsalon zieht um

Der Hairsalon Martin Hammerschmid wird indes ab 7. Dezember nicht mehr am gewohnten Standort in der Sparkassegasse 17, sondern gegenüber im ehemaligen Palmers-Lokal eröffnen. Der Hairstylist hat bereits vor 25 Jahren sein Unternehmen in der Hollabrunner Fußgängerzone eröffnet und anschließend Filialen in Retz, Mistelbach und Wien aufgebaut. Da das Haus in der Sparkassegasse 17 vor zwei Jahren verkauft wurde, habe sich Hammerschmid aufgrund der unsicheren Mietsituation nach einem neuen Lokal umgesehen.

„Das neue Geschäft ist viel nobler und präsenter und ich kann unsere Salonkonzepte wie die Color-Bar umsetzen“, freut sich der Hairstylist. Die Fläche hat sich von 85 m² auf 100 m² vergrößert.

Nutzte die Zeit zum Übersiedeln: Hairstylist Martin Hammerschmid freut sich auf den Ansturm nach dem Lockdown. Krottendorfer
Belinda

Während der zwei Lockdowns wurde Hammerschmid natürlich des Öfteren von Freunden und Bekannten gefragt, ob er als Hairstylist zu ihnen nach Hause kommen könne. „Meine Angestellten und ich haben das jedoch für niemanden gemacht. Ich glaube, viele Leute haben den Ernst der Lage nicht realisiert“, vermutet der Unternehmer. Die meisten Anfragen kamen von Frauen, die ihre Haare nachfärben lassen wollten. „Unfälle“ durchs Selbstchneiden oder -färben kamen ihm persönlich nicht unter.

Im zweiten Lockdown habe Hammerschmid viel zu tun; den ganzen Tag verbringt er auf der Baustelle im neuen Lokal. „Ich versuche, den Lockdown positiv zu sehen. So habe ich wenigstens Zeit zum Übersiedeln.“ Der Hollabrunner hofft natürlich, dass er wie nach dem ersten Lockdown gestürmt wird. Terminbuchungen gibt’s genug.