Erstellt am 09. März 2018, 09:31

von Sandra Frank

Frauen in der Politik: "Es ist Luft nach oben!". SP-Parlamentarierin Melanie Erasim tourte durchs Weinviertel, um sich für Frauen stark zu machen.

Bezirksfrauenvorsitzende Elke Stifter (l.) und Nationalratsabgeordnete Melanie Erasim präsentieren die rote Campagne: „Mehr Beteiligung! Mehr Bewegung! Mehr Feminismus!“  |  NÖN.at, Sandra Frank

„Es ist noch Luft nach oben“, sagt Melanie Erasim, wenn sie an den Frauenanteil in der Politik denkt. Sie selbst ist Nationalratsabgeordnete und tourte zum Frauentag durch ihre Weinviertelbezirke Hollabrunn, Korneuburg und Mistelbach, um die Frühjahrskampagne der SPÖ-Frauen „Mehr Beteiligung! Mehr Bewegung! Mehr Feminismus!“ vorzustellen und um Menschen zu animieren, das Frauenvolksbegehren zu unterschreiben.

 „Es ist eine Vision einer gleichberechtigten Gesellschaft“, sagt die Rabensburgerin (Bezirk Mistelbach). Über einzelne Punkte des Volksbegehrens könne sicher diskutiert werden, gibt die zweifache Mutter zu, aber: „Es ist ja kein Gesetzesentwurf, den man da unterschreibt.“

SP-Erasim: Regierung greift Probleme der Frauen nicht auf

An der aktuellen Regierung stört die Parlamentarierin vor allem, dass Familienpolitik mit Frauenpolitik gleichgesetzt werde und die wirklichen Probleme der Frauen gar nicht aufgegriffen werden. Sie spricht auch den umstrittenen Familienbonus an, der ihrer Meinung nach für Mittel- bis Gutverdiener Vorteile bringe, jene Menschen mit geringerem Einkommen werden aber kaum unterstützt. „Ich war selbst Alleinerzieherin, ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man jeden Cent umdrehen muss.“ In ihrer jetzigen Situation als Abgeordnete komme ihr der Familienbonus zwar zugute, dennoch „tut es mir in der Seele weh, dass die übersehen werden, die es am meisten brauchen“.

Frauen in Politik: Schwierig auf kommunaler Ebene

Und genau darum sei es wichtig, den Frauenanteil in der Politik zu erhöhen, um andere Blickwinkel einzubringen. Auf nationaler Ebene gelinge das, doch: „Auf kommunaler Ebene ist es schwierig.“ Dem kann Elke Stifter, Bezirksfrauenvorsitzende in Hollabrunn, nur zustimmen: „Es ist deswegen so schwierig, weil es für Frauen immer noch nicht einfach ist, entsprechende Zeit freizuschaufeln.“ Denn für Politik brauche man ein bestimmtes Zeitkontingent zur Verfügung.

Obwohl es 2017 werden musste, bis die Sozialdemokraten im Weinviertel eine Frau als Abgeordnete ins Parlament schickten, ist Erasim überzeugt, dass sich bereits vieles in der Frauenpolitik getan hat. „Und wir Sozialdemokraten haben einen immensen Beitrag dazu geleistet.“ Etwa Kindergartenplätze für Kinder unter drei Jahren.


Mehr dazu

Umfrage beendet

  • Weinviertlerin im Parlament: Wichtig?