Gastronomie: „Alles lieber als noch ein Lockdown“

In Hollabrunn überwiegt das Verständnis, mit schärferen Regeln neuerlichen Super-GAU verhindern zu wollen.

Christoph Reiterer
Christoph Reiterer Erstellt am 15. September 2021 | 05:35

Wie viele Corona-Einschränkung und wie viel Mühe wird der Herbst bringen? Bund und Länder verschärfen die Maßnahmen. Ein neuer Stufenplan orientiert sich an der Auslastung der Intensivstationen. Handel und Gastro müssen sich auf schärfere Kontrollen einstellen.

„Mir ist alles lieber als ein Lockdown“, sagt Jürgen Authried. Dass Gastro- oder Handelsbetriebe kontrollieren sollen, ob jemand geimpft ist oder eine FFP2-Maske benötigt, hält der Hollabrunner Gastronom nicht für praktikabel, er räumt aber auch ein: „Fakt ist, dass wir alles tun müssen, um zu verhindern, dass wir noch einmal zusperren, auch wenn wir keine Freude damit haben.“

Die Gastronomie sei ein leichtes Ziel, wenn es darum geht, Regeln zu verschärfen; wenngleich sie bestimmt kein Haupttreiber der steigenden Corona-Zahlen sei. „Auf der anderen Seite lässt man Veranstaltungen wie das Kremser Volksfest zu“, kritisiert Authried. Allzu unpopuläre Entscheidungen seien vor der Oberösterreich-Wahl aber wohl nicht zu erwarten – „und dann sind wir schon spät dran.“

Finanzieller Impfanreiz für Junge?

Was sich Authried gut vorstellen könnte, wäre ein finanzieller Impfanreiz für Junge.

Stadtsaal-Betriebsleiter Helmut Schneider macht sich wenig Sorgen bezüglich einer möglichen Vorschrift, dass die geplanten Veranstaltungen nur Geimpfte und Genesene besuchen dürfen. Beim Zielpublikum von 30 Jahren aufwärts sei die Impfquote ohnehin sehr hoch.

Beim Dezember-Auftritt von „Voodoo Jürgens“ könnte die verschärfte Regel den Veranstalter aber schon hart treffen, „wenn die Impfbereitschaft bis dahin nicht steigt“, so Schneider. Die Gemeinde ergreift hier aber auch selbst Initiative, um gegenzusteuern.

Pop-up-Impfungen am 24.9. und 15.10.

Am 24. September und 15. Oktober (jeweils Freitag, 13 bis 18 Uhr) gibt es sogenannte Pop-up-Impfungen am Hauptplatz. Damit sollen vor allem die zahlreichen Schüler in Hollabrunn angesprochen werden. Die JVP hängt sich mit einem Gewinnspiel an – unter anderem auch mit Karten für „Voodoo Jürgens“.

Bewerkstelligt wird die Aktion mit dem Netzwerk an Ärzten, das Schneider bereits im Rahmen der Hollabrunner Impfstraße aufgebaut hat.

Getestet wird im Stadtsaal übrigens auch weiterhin (Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag), sonst werde der Druck auf die Apotheken zu hoch. Am Sonntag kamen nicht weniger als 400 Menschen. „Unser schwächster Tag war ein Dienstag mit 250 Testungen. Ansonsten pendeln wir um die 300“, so Schneider.

„Wenn die neuen Regelungen dazu beitragen, dass sich mehr Leute impfen lassen und die Gastronomie offen bleibt, befürworte ich diese“, erklärt Marcella Maurer vom Hollabrunner Feinkostlokal „Marcellas“. Der Gastronomin ist es wichtig, dass kontrolliert wird, damit sich die Gäste sicher fühlen. Die Maske sei nicht optimal beim Arbeiten, aber sie hofft, dass dadurch die Impfrate steigt: „Wir tun alles dafür, dass die Gastronomie offen bleibt.“

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