Polit-Debatte um Projekte: „Ernsthaft hinterfragen“. Hollabrunn: Bürgerliste pocht auf lokale Wertschöpfung. SPÖ-Dechant über Aussagen verwundert.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:14)
Das Eislaufplatz-Projekt stellt Wolfgang Scharinger trotz externer Leistungen nicht infrage.
Scharinger

Obwohl der Antrag von Peter Tauschitz, jene nun vorgesehenen Projekte zu verschieben, die keine Wertschöpfung von mindestens 60 Prozent in der Region erzeugen, im Gemeinderat mit breiter Mehrheit abgelehnt wurde, will die Liste Scharinger in dieser Angelegenheit hartnäckig bleiben.

„Auch wenn das präsentierte Ergebnis der Budgetplanung mit einem Verlust von beinahe einer Million Euro vom zuständigen Stadtrat damit begründet wird, dass gleichzeitig bleibende Werte für die Gemeinde geschaffen werden, ist es für uns in vielen Punkten nicht nachvollziehbar, warum hier an einigen Projekten festgehalten wird“, sagt Bürgerliste-Stadtrat Wolfgang Scharinger.

„Scharinger ein bisschen eingeknickt“, meint SPÖ-Stadtrat Friedrich Dechant.
NÖN

Aus Sicht der Liste seien die geplanten Projekte dahingehend zu untersuchen, ob eine Verschiebung oder Absage möglich wäre. „Unser Ziel ist es, Investitionen zur Stärkung der heimischen Wirtschaft zu tätigen, gleichzeitig aber jene Ausgaben zu reduzieren, die sich negativ auf die Budgetsituation auswirken“, betont Scharinger. Den Aufschrei von SPÖ-Stadtrat Friedrich Dechant, dass unter diesem Gesichtspunkt der Ausbau des Eislaufplatzes buchstäblich auf Eis liegen würde, kommentiert Scharinger so: „Zu den Ausgaben zählen hier nicht nur die Kosten für die Kühlanlage, sondern auch die notwendigen Abbrucharbeiten der bestehenden Tennisplätze, die Erdarbeiten oder auch Adaptierungsarbeiten am Clubhaus. Diese könnten sehr wohl von heimischen Unternehmen durchgeführt werden. Aus unserer Sicht wird die Wertschöpfung für dieses Projekt vermutlich mehrheitlich in der Region liegen.“

Für die Errichtung des geplanten Pumptracks werde dieses Verhältnis hingegen vermutlich nicht zugunsten der regionalen Wertschöpfung ausfallen, so Scharinger. Es gehe hier aber eben nicht darum, für oder gegen ein künftiges Projekt zu sein, sondern darum, die lokale Wirtschaft zu stützen. Ist dies nicht der Fall, seien die betreffenden Vorhaben ernsthaft zu hinterfragen.

Von Friedrich Dechant erntet Scharinger hier klaren Widerspruch: „Die Abbruch- oder Erdarbeiten werden nicht die großen Ausgaben sein, wenn man bedenkt, dass eine Baggerstunde 80 bis 100 Euro kostet. Und wer handwerklich geschickt ist, weiß, was ein Baggerfahrer mit einem 2,5-Tonnen-Drehkranzbagger an einem Tag weiterbringt. Adaptierungsarbeiten am Clubhaus sind meines Wissens auch nicht vorgesehen“, sagt der SPÖ-Stadtparteichef.

„Anscheinend massives Informationsdefizit“

„Ein bisschen eingeknickt ist die Liste Scharinger sowieso, wenn sie schreibt, die Wertschöpfung für dieses Projekt werde vermutlich auch mehrheitlich in der Region liegen. Ich gebe gerne ein Privatissimum über das geplante Projekt, anscheinend ist ein massives Informationsdefizit vorhanden“, kommentiert Dechant die Aussagen der Bürgerliste.

Zudem müssten (gebrauchte) Banden angeschafft werden. Kostenpunkt: 40.000 Euro aufwärts. Das Gesamtprojekt umfasse 400.000 Euro, die sicherlich nicht in der Region erhältlich seien, so der SPÖ-Stadtrat. Fraglich sei im Übrigen, ob die Kühlanlagen für die zusätzliche Eisfläche von einem Unternehmen aus der Region bereitgestellt werden können.