Pro & Contra zu den neuen Funk-Wasserzählern. Zähler im Hollabrunner Gemeindegebiet werden nun sukzessive getauscht. ÖVP preist die Vorteile an, Liste Scharinger ist dagegen.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:14)
Schwören auf die Vorzüge der neuen Zähler: Stadtwerke-Chef Thomas Bauer, Stadtrat Lukas Niedermayer und Bürgermeister Alfred Babinsky.
Stadtgemeinde Hollabrunn

Wie in der Stadtratssitzung im Dezember beschlossen, werden nun sukzessive alle Wasserzähler in der Gemeinde Hollabrunn auf Funk umgestellt. Während sich die ÖVP freut, ist Bürgerliste-Stadtrat Wolfgang Scharinger ein Gegner der Maßnahme.

Der Wasserzähler selbst bleibt im Prinzip „der Alte“ – es wird nur beim gesetzlich vorgeschriebenen Wasserzählertausch (nach dem Eichgesetz hat der Zählertausch alle fünf Jahre zu erfolgen) die Zählerpatrone ausgewechselt und zusätzlich ein kleines Funkmodul auf der Patrone befestigt.

Das Funkmodul sendet alle acht Sekunden ein kurzes Signal mit dem Zählerstand. Wenn nun auf der Straße der entsprechende Empfänger – im Fahrzeug der Wassermonteure installiert – vorbeifährt, wird das Signal empfangen und der Zählerstand ins System übertragen.

So entfällt nach der Umrüstung das alljährliche Ablesen durch die Kunden. Ebenso können eventuell aufgetretene Lecks im Wasserleitungssystem der Haushalte frühzeitig erkannt werden – das System erkennt überdurchschnittliche Verbräuche und sendet einen Alarm. Zudem werden mögliche Fehler bei der Eingabe in der Verwaltung ausgeschlossen.

Die Kosten für das Funkmodul belaufen sich auf rund 55 Euro, die Lebensdauer wird mit mindestens zehn Jahren angegeben. Die Mehrkosten von umgerechnet 5,50 Euro pro Jahr werden durch die laufenden Gebühren gedeckt. „Mit diesem System wird die Bevölkerung entlastet, da es noch viele zum Teil gefährliche Wasserzählerschächte gibt, und zum anderen erfolgt eine Beschleunigung beim Einspielen der Daten“, freut sich Stadtrat Lukas Niedermayer über die neue Zählergeneration.

Der für das Wasserwerk zuständige Leiter der Stadtwerke, Thomas Bauer, sieht in der neuen Technik ebenso einen Vorteil: „Das gesamte Gemeindegebiet kann in zwei Wochen komplett abgelesen werden und es können laufend Wasserlecks frühzeitig erkannt werden – eine Investition in die Zukunft!“

Kritik kommt von der Liste Scharinger: „Eine Gegenüberstellung der bisherigen mit den künftigen Kosten wurde nicht erstellt“, ist Wolfgang Scharinger nicht von den angepriesenen Einsparungen überzeugt. Er führt unter anderem die zusätzlichen Fahrten an, die hunderte Kilometer ausmachen würden. „Nur weil etwas technisch möglich ist, muss es nicht automatisch sinnvoll sein.“ Das Problem des Datenschutzes sei ebenfalls nicht vollständig geklärt. Und überhaupt sei die Umstellung nicht mit allen Fraktionen besprochen worden.

Bürgerliste-Gemeinderat Peter Tauschitz hatte bereits im November für die Nutzung des erprobten Systems www.zählerstand.at plädiert, das eine einfache digitale und selbstständige Zählerstandseingabe im Internet ermöglicht, die Verwaltung optimiert und eine persönliche Verbrauchsübersicht bietet. Es sei verwunderlich, dass ein entsprechender Antrag von der ÖVP abgelehnt wurde.

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