Sebastian Kurz füllte den Hauptplatz. Der Bundeskanzler plauderte am Hollabrunner Hauptplatz aus dem Nähkästchen.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 12. Januar 2020 (12:58)

Es hatte ein bisschen was vom Einmarsch eines Gladiators. Eingeklatscht von den Gemeinderatswahlkandidaten der Hollabrunner ÖVP und dem von Moderator Hans Gschwindl angespornten Publikum betrat Sebastian Kurz den Hauptplatz. Auf der Bühne wurde er von Bürgermeister Alfred Babinsky willkommen geheißen, um danach ein launiges Interview zu geben.  

Wie es ihm in den vergangenen Wochen und Monate so ergangen sei, wollte Gschwindl wissen. Kurz plauderte aus dem Nähkästchen und meinte, dass seine Freundin nach Ibiza zunächst sehr zufrieden gewesen sei, weil er viel mehr zu Hause war. „Nach ein paar Tagen hat sie dann gefragt, ob ich gar nicht mehr arbeiten gehe.“

Herausfordernde Regierungsverhandlungen

Der Kanzler berichtete von den Verhandlungen mit den Grünen, die sehr herausfordernd und für sein Team eine große Umstellung gewesen seien. Und er erzählte von seinen Weinviertler Wurzeln und seinem Bezug zu Hollabrunn, wo sein Vater das Knabenseminar besuchte – auf dem Weg zum Priester aber „noch die Abzweigung genommen“ hat.

Zur politischen Situation in Hollabrunn meinte Kurz, dass er es sich auch wünschen würde, absolut zu regieren. Einen Tipp für den Wahlkampf wollte ihm Gschwindl entlocken. „Ihr habt über 50 Prozent. Da braucht ihr keine Tipps von mir. Ich habe nur eine Bitte: Bemüht euch noch in den letzten beiden Wochen bis zur Wahl.“

Für coole musikalische Untermalung sorgte die Hollabrunner Band „Sound Exit“, während sich die Besucher bei Getränken und „Fred-Keks“ labten.