Hollabrunn

Erstellt am 10. März 2018, 10:58

von Christoph Reiterer

Wenn Schüler über sich selbst lernen. „Wir möchten Sie heute in eine fremde Welt entführen.“ So eröffnete Direktorin Ingrid Lehner-Pfenigbauer die diesjährige Compassion-Präsentation im Erzbischöflichen Gymnasium Hollabrunn.

Compassion-Team unter der Leitung von Mathilde Ackerbauer, Alexandra Lehnert, Direktorin Ingrid Lehner-Pfennigbauer und  Michael Lechner mit den Siebtklässlern.
 
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Nach spirituellen Worten von Pater Josef starteten die Siebtklässler mit einem Film, in dem sie das Projekt erklärten. Mitgefühl, den eigenen Horizont erweitern, Empathie entwickeln, Vorurteile beseitigen, Hilfe leisten: Das sind die Ziele, die das Projekt „Compassion“ fernab von Schreibtisch und Notebook verfolgt.

Ein zweiwöchiges Praktikum in einer sozialen Einrichtung ist das Kernstück des Jahresprojekts. Die Jugendlichen besuchten im Jänner soziale oder medizinische Institutionen, wie die Sonderschulen Hollabrunn und Sitzendorf, den Behindertenhilfeverein Sonnendach Hollabrunn, Einrichtungen der Caritas, Krankenhäuser, Pflegeheime, das Reha-Zentrum Weißer Hof, Volksschulen und Kindergärten. Im Vorfeld wurden die Siebtklässler von externen Experten und auch im Fachunterricht darauf vorbereitet.

Schattentheater zum Alltag im Pflegeheim

In ihrer Praktikumszeit wurden die Schüler mit neuen Lebenssituationen konfrontiert. Sie durften Menschen, die Hilfe benötigen, eine Zeit lang begleiten, Freundschaften schließen, ihnen Freude bereiten, Verantwortung übernehmen - und dadurch auch sich selbst besser kennenlernen. Sie durften auch Trauer, Hilflosigkeit und Betroffenheit erfahren und damit ihr Mitgefühl, ihre soziale Sensibilität und Empathie fördern.

Die Beiträge der Abschlusspräsentation waren vielfältig und kreativ. Unter anderem wurden zwei Professoren auf die Bühne gebeten, die Bilder aus dem Alltag eines Kindergartens erraten mussten. Außerdem am Programm: ein Schattentheater zum Alltag in einem Pflegeheim; Reflexionen; Filmsequenzen, szenische Bilder oder ein innerer Monolog aus Sicht eines depressiven Menschen. Den Abschluss bildete eine musikalische Performance der Jugendlichen. "Die bunte Mischung aus ansprechenden Beiträgen zeigte nicht nur das Engagement, die Kreativität und Medienkompetenz, es zeigte auch, welche Werte das Erzbischöfliche Gymnasium zu vermitteln vermag", betont Direktorin Lehner-Pfennigbauer.

„Wir haben viel über uns selbst erfahren“

Im Anschluss an die Präsentation konnten sich die Gäste im liebevoll gestalteten Info-Raum einen Überblick über die teilnehmenden Institutionen verschaffen und den gelungenen Abend bei Wein, Brot und anregenden Gesprächen ausklingen lassen. Das Buffet hatten die Sechstklässler vorbereitet.

Die sozialen Einrichtungen, die zur Verfügung standen, sowie das Compassion-Team unter der Leitung von Ingrid Lehner-Pfennigbauer, Alexandra Lehnert, Mathilde Ackerbauer und Michael Lechner hatten das Projekt durch ihren Einsatz ermöglicht. Das Moderatorenteam Stephanie Brenninger (7A) und Christoph Valdhaus (7C) beendete den Abend: „Wir haben viel über uns selbst erfahren, aber noch mehr im Umgang mit anderen.“