Weingut Pröll: Mit Tradition und neuem Wissen zum Aushängeschild

Erstellt am 08. August 2022 | 08:04
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Knapp 300 Gäste feierten mit der Winzerfamilie Pröll die Eröffnung der neuen Produktionsstätte. Das Traditionsweingut ist nicht nur für gute Weine bekannt, sondern auch für seine Gastfreundschaft. Da kam auch Bundeskanzler Karl Nehammer gern vorbei, um mit den Prölls auf den neuen Meilenstein anzustoßen.

„Es ist schon fast gefährlich, wie wohl man sich bei euch fühlt. Da kommt man immer spät heim.“ Dieser Aussage von Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf konnte wohl jeder der knapp 300 Gäste, die zur Eröffnung der neuen Kellerei des Radlbrunner Weinguts Pröll gekommen waren.

Nachdem die Rebflächen erweitert wurden, musste dies auch mit der Produktionsstätte geschehen. „Im März 2021 sind die ersten Bagger aufgefahren“, informierte Juniorchef Maximilian Pröll, der souverän durch die Eröffnung führte, die Gäste. Im Herbst desselben Jahres wurde die Gleiche gefeiert, im April 2022 die Tanks aufgestellt. 

Eine Zeit, die seiner Familie vieles abverlangte, doch der Zusammenhalt ließ sie auch diese Herausforderung überstehen. Darum fieberten alle Familienmitglieder auf den großen Moment der Eröffnung hin. „Sepp und Erwin waren mindestens so aufgeregt wie wir“, erzählte er von fast täglichen Anrufen des ehemaligen Vizekanzlers und des früheren Landeshauptmanns. „Das Herz unserer Familie schlägt für den Betrieb", bedankte sich der Juniorchef.

Stolz auf Tradition und Zeitgeist

„Ich bin jetzt 29 Jahre in der Politik, endlich bin ich zur Eröffnung einer Weinkellerei eingeladen“, freute sich Ziersdorfs Bürgermeister Hermann Fischer. Er zählte einige Meilensteine in der Familiengeschichte auf. Immer habe die Winzerfamilie den Zeitgeist erkannt und das notwendige angepasst. „Der Weinbau Pröll zählt zu den Aushängeschildern unserer Gemeinde“, ist Fischer stolz. Er dankte der Familie für ihren Weitblick und dafür, dass sie sich für die Bevölkerung einsetze.

Ein Imagefilm gab den Gästen einen Überblick über das Weingut. „Ich bin stolz, einen so geschichtsträchtigen Weinbaubetrieb übernehmen zu dürfen“, ist sich Maximilian Pröll seines Erbes bewusst. Er bat nach dem Film seinen Großonkel Erwin zum Rednerpult, der dort eine Premiere feiern sollte: „Ich habe in den vergangenen Jahrzehnten Hunderttausende Reden gehalten“, sprach er davon, dass die folgende eine besondere sein würde. „Ich halte das erste Mal in meinem Leben eine Rede in meinem Elternhaus.“ Hier, nur wenige Meter von der neuen Produktionshalle entfernt, sei er auf die Welt gekommen und habe „in diesem Haus das Rüstzeug für mein Leben bekommen“. 

Altes Wissen mit neuen Erkenntnissen vereinen

Er selbst habe in diesem Haus bereits fünf Generationen leben und arbeiten gesehen. Was sie alle eint? „Du hast altes Wissen gespeichert und neue Erkenntnisse mit dieser Tradition veredelt“, wandte er sich hörbar stolz an seinen Neffen Andreas Pröll, der ein „ausgezeichnetes Erbe“ von seinen Eltern übernommen habe und dieses nun an die nächste Generation weitergebe. Er vereine Herz und Hirn, wende Logik an und habe eine Portion Gottvertrauen, die ihm mit der nötigen Demut an Dinge herangehen lasse. Den Realitätssinn seines Neffen, wann der nächste Schritt zu setzten ist, lobte der ehemalige Landeshauptmann ebenfalls.

„Wie du Maximilian in den Betrieb holst, ist keine Selbstverständlichkeit“, beobachtet Erwin Pröll. Ebenso, dass Maximilian mit „Freude und Qualität“ die Stafette von seinem Vater übernimmt. Erwin Pröll strich ebenfalls hervor: „Die Gastfreundschaft in diesem Hause stimmt“, sagte er mit Blick zu Michaela Pröll, die es mit ihrer Familie stets schafft, jedem das Gefühl zu geben, willkommen zu sein.

Bundeskanzler Karl Nehammer besuchte die Prölls

Dies kann Stephan Pernkopf, ein langjähriger Freund der Familie nur bestätigen. „Ihr baut Beziehungen auf und begleitet die Menschen“, weiß der Landeshauptfrau-Stellvertreter aus eigener Erfahrung.

Für die Segnung der neuen Kellerei war Pater Daniel zuständig, der aus Wieselburg angereist war. „Es braucht schon ein bisschen Mut, wenn der Pfarrer aus der Bierstadt die Segnung übernehmen soll“, scherzte er und schritt dann mutig zur Tat, um den gemütlichen Teil der Feier einzuleiten. Zu dieser stieß ein weiterer prominenter Gast hinzu: Bundeskanzler Karl Nehammer besuchte die Prölls, um sich die neue Kellerei anzusehen, den Klängen Waldinger Musikanten zu lauschen und die Gastfreundschaft der Prölls in gemütlicher Atmosphäre zu genießen.