EU soll durch Diskussionsabend greifbarer sein. EU-Kandidat Günther Sidl stellte sich den Fragen der Bürger.

Von Sandra Frank. Erstellt am 22. Mai 2019 (03:39)
Patrick Eber
Katharina Seifert-Prenn (2.v.l.) und Bezirksvorsitzender Richard Preglerluden Günther Sidl (l.) ein, um sich von NÖN-Redakteurin Sandra FrankFragen rund um die EU stellen zu lassen.

Die EU: Ein Begriff, den jeder kennt, aber wenige können sich darunter konkret etwas vorstellen. Weil die Wahl für das Europäische Parlament ins Haus steht – Österreich wählt am 26. Mai – luden die Sozialdemokraten ihren NÖ-Spitzenkandidaten Günther Sidl nach Kleinweikersdorf ein. Dort stellte er sich den Fragen, die SP-Gemeinderätin Katharina Seifert-Prenn im Vorfeld in der Bevölkerung gesammelt hatte.

Und auch wenn sich im Publikum überwiegend Genossen eingefunden hatten, so schonten sie ihren Parteikollegen nicht; seine Antworten wurden kritisch betrachtet.

Etwa, als es um die Situation in der Landwirtschaft ging: Der Bezirk ist landwirtschaftlich geprägt, das Verbot von Pflanzenschutzmitteln schränkt die Bauern ein. Pestizide, die in Österreich längst verboten sind, werden in anderen Ländern weiter verwendet. Aus diesen werden Produkte importiert. „Ich bin für ein generelles Verbot von hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln.“ Nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch für den Hausgebrauch im eigenen Garten. Dieses Verbot solle selbstverständlich nicht nur für Österreich, sondern für alle EU-Staaten gelten. Zölle auf Importe von außerhalb der Europäischen Union sollen dazu beitragen, dass die heimischen Bauern wettbewerbsfähig bleiben.

Sidl wünscht sich zwar, dass Regionen in Zukunft noch mehr von EU-Geldern profitieren, kann aber bei einem Thema, das sehr beschäftigt, nicht weiterhelfen: dem Ausbau der Nordwestbahn auf der Strecke Stockerau-Hollabrunn.

Seine Haltung zu Atomkraft war ebenso ein Thema, über das die Besucher mehr wissen wollten, wie auch der Umstand, dass Großkonzerne weit weniger Steuern zahlen müssen als österreichische Unternehmer. Der EU-Kandidat gestand, dass sich die Konzerne „legaler Tricks“ bedienen. „Es ist immer die Frage: Wer bietet mehr?“, sagt Sidl, dass sich Großbetriebe eben in jenen Ländern ansiedeln würden, die ihnen die besten Konditionen bieten. Verlieren wolle man diese Unternehmen nicht, da sie Arbeitsplätze bringen.

 Mit Bahn nach Brüssel/Straßburg

 Der Petzenkirchner (Bezirk Melk) brach außerdem eine Lanze für den öffentlichen Verkehr und will, wenn er ins Europäische Parlament einzieht, mit der Bahn nach Brüssel oder Straßburg reisen. „Ich werde daraus einen Arbeitstag machen“, will er auf der Fahrt mit seinen Mitarbeitern einiges abarbeiten.

„Ich bin ein Lobbyist der Arbeitnehmer“, antwortete der 44-Jährige auf die Frage, weshalb jemand ausgerechnet ihn wählen sollte. Er will seine starke Verwurzelung zu Niederösterreich aufrechterhalten, die hauptsächliche Arbeit soll von hier aus geschehen. So will er auch dem Wunsch nachkommen, dass die EU, ihre Vertreter und die Entscheidungen für die Menschen im Land greifbarer werden. „Wenn ich eingeladen werde, komm’ ich gern wieder“, verspricht Sidl, sich schon vor dem nächsten EU-Wahlkampf im Bezirk blicken zu lassen.

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