Retzer Raymann-Allee als Projekt mit Vorbildfunktion

Erstellt am 29. Mai 2022 | 04:01
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8363968_hol21_retz_allee.jpg
Eine Allee, die den künftigen Herausforderungen gewachsen ist, freuen sich Gregor Danzinger, Stefan Lang, Martin Pichelhofer und Theresa Brandstetter.
Foto: Franz Enzmann
Trockenheitsverträglich, salzresistent, artenreich: Wohlfühlort neu gestaltet.

Die zentrumsnahe Raymann-Allee bildet den Eingang zur Retzer Weinwoche. Bei Radfahrern und Spaziergängern ist sie sehr beliebt. Aufgrund des schlechten Zustandes musste jedoch im Frühjahr ein Teil der Bäume gefällt werden. Das wurde zum Anlass genommen, die Bepflanzung der Allee zu erweitern und zukunftsfit zu gestalten.

Geplant wurde dieses Projekt der Stadtgemeinde Retz im Rahmen der Klimamodellregion Retzer Land. Mithilfe der Initiative „Natur im Garten“ wurde ein zukunftsfähiges Konzept erarbeitet und umgesetzt.

Die alten Baumstämme und Pflanzlöcher wurden vom Bauhof-Team großzügig ausgegraben und mit strukturierter Erde befüllt. Dieses spezielle Baumsubstrat kommt in vielen Städten zum Einsatz und bietet Jungbäumen optimale Bedingungen. Humus, Schotter und Ziegelbruch versorgen die Bäume mit ausreichend Nährstoffen. Durch die Tonanteile steht ihnen auch in Trockenperioden ausreichend Wasser zur Verfügung.

Es wurden außerdem hitze- und trockenheitsresistente Arten gewählt, die salzverträglicher sind: Silberlinden und Spitzahorn zieren abwechselnd die Allee. Jeder neu gepflanzte Baum ist mit einem Bewässerungssack versehen, der wöchentlich befüllt wird und das Wasser über mehrere Stunden an den Boden abgibt – ähnlich einer Tröpfchenbewässerung.

Rundherum blüht’s und brummt’s

Die Baumscheiben der Jungbäume sind mit regionalen, trockenheitsresistenten, mehrjährigen Stauden bepflanzt und mit einer Kiesschicht gemulcht. Das erhöht die Artenvielfalt, sorgt für einen lockeren Oberboden und hilft bei der Durchwurzelung. Die Planung und Umsetzung wurde hier von der Retzer Landschaftsplanerin Lena Weitschacher begleitet, die eine Masterarbeit zum Thema und bereits ähnliche Projekte in der Stadtgemeinde umgesetzt hat. Als weitere Bereicherung und Abgrenzung zur Straße wurde eine kleine Hecke aus Aronia-Sträuchern gepflanzt.

„Positives Feedback.“

„Auf dem Weg zur Arbeit radle ich immer an der Raymann-Allee vorbei und erfreue mich jeden Tag daran: Die Bäume treiben schön aus und den Stauden kann man fast beim Wachsen zusehen“, freut sich Theresa Brandstetter von der Klimamodellregion, die die Neugestaltung professionell und mit viel Tatkraft gemanagt hat.

Auch Stadtchef Stefan Lang ist angetan: „Ich habe bereits viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten. Die neue Raymann ist ein schöner Platz zum Wohlfühlen geworden.“ Der Leiter des Grünraumausschusses in Retz, Stadtrat Martin Pichelhofer, hat bei der Unterpflanzung selbst zur Schaufel gegriffen: „Bei der Neugestaltung wurden alle Aspekte miteinbezogen: vom richtigen Baumsubstrat, über die Baumauswahl bis zur Staudenbepflanzung und den Bewässerungssäcken.“

„Mit diesem Konzept wurde eine möglichst resiliente, langlebige und artenreiche Allee geschaffen, die den aktuellen und künftigen Herausforderungen gewachsen ist und vielen Generationen Freude und Schatten bescheren soll“, ist Modellregionsmanager Gregor Danzinger zufrieden.