Forsche Stimme, die fehlen wird. Christoph Reiterer über einen Verlust im Kampf für den ländlichen Raum.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 06. März 2019 (04:42)

Mit dem früheren Retzer Vizebürgermeister und Multifunktionär Karl Burkert verstarb vergangene Woche völlig unerwartet ein Mann, der sich ungern ein Blatt vor den Mund nahm; ein Kämpfer für seine Heimatregion, der emotional werden konnte, wenn er Missstand ortete. „Wir werden ausradiert“, warnte er im Sommer 2016 vor einer Abwärtsspirale, als verkündet wurde, dass die Retzerland-Haushalte erst bis 2030 mit Breitband versorgt sein sollen. Ein Hohn, fand er.

So hätte auch der pensionierte Farbenhändler mit Spannung verfolgt, ob die Region die Chance auf ein flächendeckendes Glasfasernetz, die sich nun aufgetan hat, beim Schopf packt. Freiwillige sollen als Breitbandbeauftragte von Haus zu Haus marschieren, damit die nötige hohe Haushaltsabdeckung zur Realisierung des Projekts erreicht wird. Eine unkonventionelle Methode, die Burkert wohl gefallen hätte. Querkopf hin oder her: Seine energische Stimme wird im Kampf fürs Randgebiet schon abgehen.