Retzerin bei Bauer sucht Frau: „Wie Urlaub vom Leben“. Die Retzerin Nora Wöhrer sucht in der 17. Staffel der Kuppelshow nach der großen Liebe. Ist es Biobauer Hermann?

Von Elisabeth Hess. Erstellt am 14. Oktober 2020 (04:19)
Die Retzerin kann nicht genug von Eseln bekommen – „von Eseln könnt´ ich stundenlang reden.“
Elisabeth Hess

„Ich bin mit meinem Kater vor meinem Fernseher gesessen und habe in einer Werbepause die Vorschau zu Bauer sucht Frau gesehen“, erzählt Nora Wöhrer fröhlich. Sie habe eine herbe Liebesenttäuschung erlebt, dazu kam noch die Coronakrise und ehe sie sich’s versah, hat sich die Weinviertlerin beworben – „ohne, dass ich die Sendung jemals gesehen habe“, lacht sie.

Die Bewerbung erfolgte so spontan und ungezwungen, wie Nora Wöhrer es selbst ist: „Ich hab‘ mir gedacht: Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Durch Corona konnte ich eh nicht in den Urlaub fahren; dann habe ich mir überlegt, dass ich eben Urlaub am Bauernhof mache. Und: Ich mag Esel“, sagt die quirlige Retzerin. Ja, Nora Wöhrer ist eine wahre Esel-Fanatikerin – aber dazu später.

Der Anruf, aber nicht vom Möbelhaus …

Es ging alles Schlag auf Schlag. Am Tag nach der Bewerbung folgte ein Anruf. „Ich dachte, dass es das Möbelhaus ist, weil ich gerade meine Wohnung renoviert habe, aber es war die Redaktion von ATV“, schmunzelt die 28-jährige Gesundheits- und Krankenpflegerin. Natürlich kontaktierte sie gleich ihre Freunde: „Die haben es total lustig gefunden, ich meine, durch Corona haben wir ja alle nach einer Perspektive gelechzt. Dann haben sie mir auch bei dem Videodreh für den Bauern Hermann geholfen, und als ich zu der Hofwoche gefahren bin, haben wir eine Kofferpackparty gemacht. Die haben so getan, als würde ich eine Weltreise machen“, prustet Wöhrer los.

„Wenn nicht jetzt, dann nie!“

Ihre Mama sei erst etwas besorgt gewesen, aber dann habe sie ihr gesagt: „Nora, jetzt bist du jung. Wenn du es jetzt nicht machst, machst du’s nie.“ Und dann ging es auf ins Mostviertel zu Biobauer Hermann aus Biberbach. Vor Ort wurde noch ein Corona-Test gemacht. „Das war wirklich wie ein Urlaub vom Leben. Wir durften uns umarmen und mussten keinen Mindestabstand einhalten“, blickt sie auf die Hofwochen zurück.

„Von Eseln könnte ich stundenlang reden“, seufzt die Niederösterreicherin. „Ich hab´ Esel schon immer gern gehabt. Die werden vollkommen unterschätzt und haben überhaupt kein gutes Image, dabei sind sie so herzlich.“ Nora Wöhrers Ziel ist es, eines Tages selbst Esel und Hühner zu besitzen. Momentan habe sie zwei Patenesel, Elsa und Annabel.

„Die Patenesel habe ich so zufällig gefunden wie den Hermann“, scherzt die lebensfrohe Retzerin. Das Bewerbungsvideo habe sie – wie sollte es auch anders sein – mit ihren zwei Pateneseln gedreht. Auch wenn sich Nora Wöhrer vollkommen spontan für das TV-Format beworben hat – den Wunsch nach einem Bauern habe sie schon seit Langem: „Ich glaube schon, dass ich einmal eine Bäuerin werde, das war schon immer ein Kindheitstraum. Nebenberuflich kann ich mir das gut vorstellen“, erwähnt sie.

Die Gesundheits- und Krankenpflegerin hat zusätzlich eine Ausbildung zur Fachkraft für tiergestützte Arbeit und Therapiebegleitung absolviert. In ein paar Jahren möchte sie mit ihren Eseln im Bereich der tiergestützten Freizeitaktivität arbeiten. Ihre frisch renovierte Wohnung ist voll von ihren Lieblingstieren: ein Eselbild, Eselfiguren, Eselhausschuhe, Eselbücher und noch viel mehr hausen bei ihr.

„Ich find’s einfach cool, wenn es einem wurscht ist, was die anderen von einem denken.“Nora Wöhrer

Kann man denn nun die große Liebe im Fernsehen finden? „Ja, die große Liebe kann man sicher überall finden. Wenn man sich übers Internet finden kann, dann auch übers Fernsehen“, meint Wöhrer. Außerdem möge sie mutige Männer – das habe sie schon an Bauer Hermann beeindruckt: „Der hat da einfach das ganze Kamerateam zu sich nach Hause gelassen. Ich find’s einfach cool, wenn es einem wurscht ist, was die anderen von einem denken“, sagt sie locker.

Die 28-Jährige weiß ganz genau, welchen Typ Mann sie gerne hätte: „Ich mag bärtige Männer - ein gepflegter Bart ist mir schon wichtig. Er sollte nicht weiter weg wohnen, weil ich nicht aus Niederösterreich ausziehen möchte, da ich hier total verwurzelt bin. Das Alter muss natürlich auch passen. Aber das Wichtigste ist für mich der Humor“, erzählt die Retzerin.

Jetzt, wo die Hofwochen und der damit verbundene Fernsehdreh vorbei sind, mache sie jeden Mittwoch mit ihren Freundinnen einen „Bauer sucht Frau“-Abend, wo jeder etwas zum Essen mitbringt und sie gespannt auf ihren TV-Auftritt warten. In ihrer 4.000 Einwohner-Heimatstadt ist Nora Wöhrer nun allen bekannt: „Mich sprechen so viele Leute in Retz an, ich habe das ein bisschen unterschätzt.“

Im Nachhinein bereut Nora Wöhrer keinen Augenblick: „Es war genau richtig, dass ich in der richtigen Sekunde den Fernseher aufgedreht habe und nicht zur Fernbedienung zum Umschalten greifen konnte, weil mein Kater drauf gesessen ist“, stellt sie fest. Nun heißt es für alle „Bauer sucht Frau“-Fans: Fernseher an und mitfiebern!

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