Aufatmen bei Corona-Tests: „Alles negativ“. Land um Laa: Nur eine Person in fünf Gemeinden erhielt am Wochenende ein positives Testergebnis.

Von Sandra Frank und Christiane Fürst. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:31)
In Wullersdorf gab es keine positiven Testergebnisse zu verzeichnen. Das freute das Team um Bürgermeister Richard Hogl (v.l.): Gerhard Demuth, Kerstin Koller, Isabella Schuller, Susanne Patschka, Gerlinde Edel, Christa Schwinner, Nicole Schinnerl und Markus Zahlbrecht.
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„Alles negativ“, sagt Graberns Bürgermeister Herbert Leeb. Ein Satz, den er in anderen Zusammenhängen vermutlich nicht so erfreut aussprechen würde. Samstag und Sonntag wurde in der Marktgemeinde Grabern auf Corona getestet.

In Guntersdorf wurde nur am Samstag getestet: Am Vormittag im Großnondorfer Feuerwehrhaus, am Nachmittag in Guntersdorf. Bürgermeister Roland Weber ist zufrieden, es gab nur ein positives Ergebnis. „In unserer Gemeinde schauen wir aufeinander.“ Darum hat Weber die älteren Menschen, die zum Testen gekommen waren, aber kein Handy besitzen oder sich mit SMS – so wird das Ergebnis des Corona-Schnelltests mitgeteilt – nicht auskennen, angerufen. Ein älterer Mann, der bereits 90 Jahre alt ist, war hörbar glücklich, als ihm vom Bürgermeister mitgeteilt wurde, dass sein Testergebnis negativ ist. „Er hat mir dazu natürlich vorher die Erlaubnis gegeben“, betont Weber.

„Bei einer Jagd wärst grantig, wenn du bei so vielen Schuss keinen Treffer hast.“ Richard Hogl, Bürgermeister von Wullersdorf

„Wir haben null positive Fälle“, war auch Nappersdorf-Kammersdorfs Bürgermeister Martin Eckl erfreut über das Ergebnis. „Maria hat sich in die Organisation richtig hineingehaut, das gefällt mir“, lobt er seine Vizebürgermeisterin Maria Kappe. „Wir haben 487 Testungen in unserer Marktgemeinde durchgeführt, das sind um 26 mehr als im Dezember“, freut sich Kappe. Alles sei gut gelaufen, viele hätten sich gefreut, dass die Abstriche so schnell über die Bühne gegangen sind. „Es war schon ein großer Unterschied zum Dezember. Du weißt jetzt, was auf dich zukommt“, bestätigt die Vizebürgermeisterin. Auch sie vermisst die früheren Zeiten, wenn man nach diversen Sitzungen noch miteinander essen gehen oder ein Achterl Wein trinken konnte. „Wenn wir uns alle mehr bemühen und jeder Einzelne etwas dazu beiträgt, dann haben wir diese Zeit hoffentlich bald hinter uns“, appelliert Kappe an die Vernunft der Einzelnen.

Konzentriert scannt Guntersdorfs Bürgermeister Roland Weber die Covid-19-Teststreifen. Sein Vizebürgermeister Reinhard Fleischmann blickt ihm über die Schulter.
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Durch diese zweite Runde der Covid-19-Massentests kam auf die Gemeinden „eine aufwendige, insbesondere organisatorische Herausforderung“ zu, meint Wullersdorfs Bürgermeister Richard Hogl. Er dankt als Abgeordneter allen Freiwilligen im Bezirk und ist froh, dass wieder viele mitgeholfen haben und sich dieses Mal in seiner Gemeinde mehr Menschen testen ließen, als noch im Dezember. Die Tests zeigten kein einziges Mal ein positives Ergebnis an. „Bei einer Jagd wärst grantig, wenn du bei so vielen Schuss keinen Treffer hast“, scherzt der Waidmann. In diesem Fall stimme ihn dieses Ergebnis positiv – so auch das Bezirksergebnis mit nur zehn positiven Fällen insgesamt.

In Göllersdorf gibt es keinen davon. Hier ließen sich 91 Menschen weniger testen, als im Dezember (1.150). Das ist etwa ein Drittel der Göllersdorfer. „Man kann nur hoffen, dass sich die anderen zwei Drittel auch so verhalten“, so der Gemeindechef Josef Reinwein. Er weiß aber, dass es einige Personen gibt, die sich ohnehin regelmäßig für die Arbeit testen lassen müssen. Außerdem sei das Freitesten weggefallen, sicher auch ein Grund, weshalb weniger Menschen die Möglichkeit wahrnahmen.

„Ich möchte mich bei allen, die bei der Durchführung der Massentests in der Gemeinde dabei waren, sehr herzlich bedanken“, hebt Reinwein das medizinische Personal, die Freiwilligen, die Feuerwehr und die Gemeindemitarbeiter hervor.

Für die Gemeinde Nappersdorf-Kammersdorf bei den Corona-Schnelltests im Einsatz waren (v.l.): Anita Bachmayer, Viktoria Ptacek, Margit Westermayer, Karin Hager, Barbara Klein, Michael Heinz, Stefan Klein, Maria Kappe und Jennifer Halkort.
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„Martin Holzer hat das wirklich sehr gut organisiert“, lobt auch Stefan Hinterberger, Chef der Göllersdorfer Roten, den Ablauf. Er selbst war als Freiwilliger eingeteilt, doch einige SPÖ-Mitglieder wurden von der Liste der Helfer gestrichen. Zunächst hat ihn das nicht verwundert, da der Testzeitraum eingeschränkt wurde. „Aber dann habe ich gesehen, dass neue Helfer eingeteilt wurden, die alle aus den Kreisen der ÖVP kommen“, meint Hinterberger. Ein Umstand, der ihm nicht gefällt.

Dass nicht alle mit der Umsetzung der Massentests zufrieden waren, hat auch der Gemeindechef mitbekommen. Die Kritik der SPÖ blockt er allerdings ab. „Es ist so, dass wir noch andere Helfer hatten. Wenn ich Freiwillige habe, muss ich sie auch einsetzen“, stellt Reinwein klar. Er sieht die Auswahl „ganz wertfrei“. Auch ein „bewährtes“ Team brauche es für die Anmeldung und anschließende Dokumentation nicht. Denn die Prozesse seien von 1450 so vorgegeben worden, dass sie auch Freiwillige ohne Schulung erledigen können. Die Auswahl der Freiwilligen habe sicherlich nichts mit Parteipolitik zu tun: „Man kann hineininterpretieren, was man möchte. Wir sind eine Demokratie und solange es nur das ist, soll es so sein“, sagt er zur Kritik der SPÖ.