Bei Fledermauszählung „neue Art entdeckt“. Fransenfledermaus überwinterte rund um Hollabrunner Wald.

Von Sandra Frank. Erstellt am 17. März 2019 (07:11)
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Das Team, das die Füllersdorfer Keller inspizierte und die überwinternden Fledermäuse zählte (v.l.): Ulrich Hüttmeir, Jürgen Summerer, Lauren Herold und Gerhard Winkler.

„Die Köpfe der österreichischen Fledermauspartie waren bei der Zählung dabei. Das hat schon Gewicht“, sagt Arno Klien, Obmann der Freunde des Hollabrunner Waldes, erfreut. Am Ende der kalten Jahreszeit rückt nämlich der KFFÖ, die Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung Österreich, gemeinsam mit den Waldfreunden aus, um die Fledermäuse in ihren Winterquartieren zu zählen.

„Der Lebensraum für Fledermäuse wird immer kleiner“

Gezählt wird in Weinkellern in Orten rund um den Hollabrunner Wald. Im Bezirk Korneuburg sind das Füllersdorf, Ottendorf, Steinabrunn und heuer neu Herzogbirbaum. Im Hollabrunner Bezirk wurde in Porrau und heuer erstmals in Bergau nach Fledermäusen gesucht. „Dabei wurde eine neue Fledermausart entdeckt, die bei uns noch nicht gesichtet worden ist“, erzählt Klien im NÖN-Gespräch von der Fransenfledermaus. Insgesamt zählten die Teams acht Arten.

Die „Basisstation“ der vier Suchteams war im Füllersdorfer Dorfhaus, wo am Ende des Tages eine Liste der gesichteten Fledermausarten erstellt wurde. Rudi Erdner, freiwilliger Sucher und Koordinator der Aktion, dankte den Freunden des Hollabrunner Waldes für ihren Einsatz sowie der Dorfgemeinschaft Füllersdorf, die für die Verpflegung zuständig war.

Katharina Bürger, Projektleiterin und NÖ-Koordinatorin der KFFÖ, bedankte sich bei den ortskundigen Führern und den vielen Kellerbesitzern, die ihre Keller offen halten, damit die Fledermäuse sich dort zurückziehen können.

Denn genau das ist ein Problem, wie Klien berichtet: „Leider sind viele Keller zu. Der Lebensraum für Fledermäuse wird immer kleiner“, wünscht sich der Hollabrunner, dass mehr Kellerbesitzer den Insektenfressern kleine Öffnungen zum Hineinschlüpfen ließen. „Das, was die Tiere fallen lassen, ist bester Rosendünger“, weiß der Naturexperte und pensionierte Lehrer und hofft jedenfalls, dass die Gruppe im nächsten Jahr auch in der Hollabrunner Kellergasse forschen darf.