Bußgeld für „Pfuscher“. Im „Pfusch“ Auto repariert und BH angelogen: 500 Euro Geldstrafe.

Von Sandra Frank. Erstellt am 12. Januar 2020 (12:14)
Ein Angeklagter bestritt vehement, Reparaturen an einem Auto gemacht zu haben. Richter Neubauer entlockte ihm schließlich doch ein Geständnis.
NÖN

Ein Mann aus dem Land um Hollabrunn und ein Mann aus der Gemeinde Ernstbrunn waren angeklagt, bei einer Verwaltungsbehörde falsche Aussagen gemacht zu haben. In den Bezirkshauptmannschaften Hollabrunn und Korneuburg waren die beiden nämlich befragt worden, ob sie am Auto einer 55-Jährigen Reparaturarbeiten durchgeführt hatten. Damals verneinten sie. Als nun Bezirksstrafrichter Erhard Neubauer nachfragte, sah es dann doch anders aus.

„Ja, ich bekenne mich schuldig“, gestand der Erstangeklagte. Es sei lange her gewesen und er habe sich nicht so genau erinnern können. Bei der BH Hollabrunn habe er gelogen, weil er Angst vor einer Strafe gehabt hätte. Außerdem habe er gar nicht gewusst, dass es in Österreich strafbar ist, eine Verwaltungsbehörde zu belügen.

Belehrt, die Wahrheit zu sagen, wurde er von der Bezirkshauptmannschaft nicht, meinte der Landwirt auf Nachfrage des Richters. Der Zweitangeklagte blieb hingegen bei seiner Aussage, die er im Jänner auf der BH Korneuburg gemacht hatte. „Ich bin nicht schuldig“, sagte der Mann. Er habe im November 2017 keine Reparaturarbeiten am Fahrzeug der heute 55-Jährigen durchgeführt. Er kenne die Dame überhaupt nur vom Sehen. Wenn sie behaupte, er hätte ihr Auto repariert, sei das gelogen.

„Es gibt einen WhatsApp-Schriftverkehr. Das ist Ihre Telefonnummer, die haben Sie gerade angesagt“, konfrontierte ihn die Bezirksanwältin mit einem Schriftstück. „Des glaub‘ i net“, bestritt der Mann aus dem Bezirk Korneuburg, dass er mit dem Opfer über WhatsApp kommuniziert haben soll. „Sie schreiben: Ruf mich bitte zurück, es geht um das Auto“, las Neubauer vor. Dabei sei es nur um den Termin bei der BH gegangen, weil er nicht gewusst habe, worum es geht, entgegnete der Angeklagte.

Im Zeugenstand bestätigte die 55-Jährige, dass beide Männer Reparaturarbeiten an ihrem Wagen durchgeführt hatten. „Er hat die Auspuffanlage und die Spurstange erneuert.“ Es gebe auch ein Foto von der Auspuffanlage, welches das Opfer dem Angeklagten 2017 geschickt hatte. „Jo, i hob’s g’mocht!“, brach es schließlich aus dem Zweitangeklagten heraus.

Die bislang Unbescholtenen kamen ohne Verurteilung davon. Beide müssen eine Geldbuße von je 570 Euro bezahlen, dann ist das Verfahren eingestellt.