Ohrfeige nach Streit über Geld. 58-Jähriger will Lebensgefährtin nicht geschlagen zu haben, aber: Bußgeld.

Von Sandra Frank. Erstellt am 07. März 2021 (04:53)
Im Hollabrunner Bezirksgericht wurde ein Streit unter Lebens- gefährten geklärt.
NÖN

Es habe wegen der Finanzen immer wieder Spannungen zwischen ihm und seiner Lebensgefährtin gegeben, sagte ein 58-Jähriger, der sich am Bezirksgericht wegen Körperverletzung verantworten musste. Er habe den Kredit für das gemeinsame Haus allein zurückgezahlt. Insgesamt könne er die finanzielle Belastung von monatlichen Fixkosten über 1.300 Euro nicht mehr alleine stemmen.

Die Lebensgemeinschaft ging auseinander. Im Dezember habe der 58-Jährige seiner Ex (42) bei einem Gespräch über die finanzielle Situation ins Gesicht geschlagen. „Stimmt nicht“, sagt der Mann. „Es war ein gezielter Schlag“, sagt die Frau.

„Ich habe ihr gesagt, dass kein Tag vergeht, an dem ich nicht dran denk’, mich aufzuhängen“, erinnerte sich der Angeklagte. Daraufhin hätte seine Ex applaudiert und gefragt, wann das Begräbnis sei. „Ich bin aufgesprungen und weggegangen.“ Auch beschimpft habe er sie. Geschlagen habe er die Mutter seines Kindes aber nicht.

„Er hat immer gesagt, er bringt sich um, damit ich Mitleid mit ihm habe. Dieses Mal habe ich gelacht“, gab die 42-Jährige zu.

„Ich vermute, es war ihr Plan mich zu provozieren, um mich wegzuweisen“, unterstellte der Angeklagte seiner Ex, die mittlerweile ausgezogen ist. Ein Befund aus dem Krankenhaus Horn bescheinigte der Frau eine Prellung im Gesicht.

Da der 58-Jährige unbescholten war, bot Richter Erhard Neubauer eine diversionelle Lösung an: Der Angeklagte akzeptierte, 200 Euro zu zahlen, um ohne Verurteilung davonzukommen. Zusätzlich muss er an seine Ex ein symbolisches Schmerzengeld von 50 Euro zahlen.