Weinprämierung: Der sechste Streich von Weingut Hagn. Mailberger Weingut Hagn ist wieder bester Betrieb. Der Erfolg tut in diesem Jahr besonders gut.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 23. Juli 2021 (05:01)
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Erfolgsduo: Leo Hagn jun. (r.) und Wolfgang Hagn jun. Die wiederholten Erfolge seien Beweise, dass hier kontinuierlich Top- Arbeit geleistet wird. Leonardo Ramirez
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925 Betriebe stellten sich heuer dem größten Weinwettbewerb des Landes, der als anerkannte Orientierungshilfe auf der Suche nach den besten Weinen gilt. Mit 6.035 eingereichten Weinen wurde erstmals die 6.000er-Hürde geknackt. Der große Sieger kam einmal mehr aus Mailberg: Das Weingut Hagn wurde zum sechsten Mal als bester Betrieb ausgezeichnet.

„Das ist sensationell. Die jungen innovativen Winzer, die Gas geben, werden immer mehr. Für die Arrivierten wird es von Jahr zu Jahr schwieriger“, freut sich Winzer Leo Hagn jun. über die erneute Auszeichnung, die man im Familienverband „mit Stolz und Demut“ betrachte. Der Landessieg sei nach dem verheerenden Hagelunwetter natürlich auch „Balsam für die geschundene Seele“.

Natur zeigt Grenzen auf

„Das Einzige, was die Menschen langfristig prägt, ist die Natur. Und die Natur hat uns unsere Grenzen aufgezeigt“, sagt Leo Hagn, um aber gleich auf die Unwetter in Nachbarländern zu verweisen, die Todesopfer forderten: „Wenn man sich anschaut, was wenige Kilometer entfernt an der tschechischen Grenze oder zuletzt in Deutschland abgegangen ist, muss man unsere Situation sehr nüchtern sehen.“

In kurzer Hose die vom Hagel abgeräumten Weingärten zu befahren, sei surreal gewesen. Doch diese werde man wieder hinbekommen. Indes ist der Erfolgswinzer unterwegs, um adäquate Topqualitäten von seinen Partnerwinzern zuzukaufen. So wird auch der nächste Jahrgang seine Handschrift tragen. Mit weiteren Prämierungen? „Wichtig ist, dass die Kunden glücklich sind und sagen: ,Hagn hat auch aus diesem Jahr das Beste herausgeholt.‘“

Wieder keine feierliche Gala

Wie im Vorjahr musste auf die feierliche Gala verzichtet werden. So machten sich Vertreter des NÖ Weinbauverbandes und der Landwirtschaftskammer auf zu den siegreichen Winzern, die in 18 Kategorien auserkoren wurden und künftig das Landessieger-Siegel tragen dürfen.

Frische und fruchtbetonte Weißweine mit rassiger Säure und sortentypisch ausgeprägt, ausgewogene Rotweine, die das Format des feinfruchtigen Weinjahres 2016 erreichen und manch süße Rarität kennzeichnen das Weinjahr 2020. Geduld und Fingerspitzengefühl waren gefragt, sagen Experten.

Bis August lag die Vegetation im Plan, lokale Hagelunwetter sorgten dann für teils schlimme Schäden. Ein schöner September endete mit Rekordniederschlägen und die Winzer hatten alle Hände voll zu tun, die Gesundheit der Trauben zu erhalten. Die Hauptlese dauerte bei recht guten Bedingungen bis Ende Oktober.

Landessiege auch für Hirsch und Heinzl-Gettinger

Mit einem Landessieger (Cuvée Colloredo 2019) und fünf Finalisten (darunter noch ein 3. Platz mit der Cuvée Avus 2018) sicherte sich das Weingut Hagn den begehrten Titel als bester Betrieb. Weitere Landessieger aus dem Bezirk sind das Weingut Reinhard Hirsch aus Watzelsdorf (Welschriesling Ried Veitlberg 2020) und das Weingut Heinzl-Gettinger aus Deinzendorf (St. Laurent Ried Innere Bergen 2018).

Dazu gratulierten LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Landwirtschaftskammerpräsident Johannes Schmuckenschlager ebenso wie Weinbaupräsident Reinhard Zöchmann: „Die Landesweinprämierung ist sowohl eine Plattform für arrivierte Betriebe als auch für Newcomer. Von den 18 Landessiegern sind acht unter 35 Jahre alt. Das ist eine tolle Entwicklung mit Zukunftsperspektive“, meint der Roseldorfer.