Retz trauert um Karl Burkert: „Er war ein Vordenker“. 20 Jahre war Karl Burkert aktiv in der Politik. Nun verstarb er überraschend.

Von NÖN Redaktion und Sandra Donnerbauer. Erstellt am 06. März 2019 (04:50)
Enzmann (Burkert)/Bilderbox.com
Die Stadt Retz verabschiedet mit Karl Burkert einen großen Gestalter.

Karl Burkert prägte die Politik und die Entwicklung in Retz nachhaltig. Zehn Jahre lang war er Stadtrat, ehe er 2005 für weitere zehn Jahre ÖVP-Vizebürgermeister wurde. 2015 stellte er sich nicht mehr zur Wahl.

Ende Februar schied er plötzlich und unerwartet mit 68 Jahren aus dem Leben. Das Begräbnis wird am Freitag, dem 8. März, um 14 Uhr in der Stadtpfarrkirche Retz stattfinden.

Festival Retz war sein Herzensprojekt

„Er war ein innovativer Mensch und sehr vorausdenkend“, unterstreicht Bürgermeister Helmut Koch, dass Burkert besonders der Fremdenverkehr und die positive Entwicklung von Retz sehr wichtig waren. Speziell der Althof sei sein Steckenpferd gewesen.

Donnerbauer
Am Retzer Stadtamt erinnert dieschwarze Fahne an einen Vordenker der Stadt.

Burkert war bis 2016 auch Geschäftsführer der Althof Errichtungsgesellschaft und maßgeblich am Bau des neuen VinoSPAs beteiligt. Ebenso sei das Festival Retz, das über die Grenzen der Region Bekanntheit erlangt hat, ein Herzensprojekt Burkerts gewesen. Es wird daher gebeten, für das Begräbnis von Blumen- und Kranzspenden abzusehen, und stattdessen im Sinne des Verstorbenen für die Förderung von Retz als Festivalstadt zu spenden.

Auch Pulkaus Bürgermeister Manfred Marihart hat Karl Burkert in der Zusammenarbeit im Retzer Land und in seiner Funktion als Gemeindevertreterverbandsobmann „als Vordenker mit mutigen Ideen“ geschätzt, wenngleich es nicht immer einfach gewesen sei, mit ihm einen Konsens zu finden.

In seinem Berufsleben hatte Karl Burkert den Familienbetrieb 1982 von seinem Vater übernommen und diesen äußerst erfolgreich in Retz und Hollabrunn weitergeführt. Als Farbenfachhändler hatte er sich österreichweit einen ausgezeichneten Ruf erworben.

„Burkert war ein Motor für die Umsetzung“

In der österreichischen Farbunion war er seit der Gründung im Jahr 1988 äußerst aktiv und mehr als zehn Jahre Vorstandsmitglied. Neben zahlreichen anderen Funktionen war er als Wirtschaftsvertreter auf Bezirksebene jahrzehntelang in der Wirtschaftskammer Hollabrunn, ebenso wie im Landes- und Bundesgremium des Farbhandels tätig. In der politischen Interessenvertretung war er ebenfalls jahrelang in leitender Funktion aktiv.

Karl Burkert ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, unter anderem wurde ihm 2009 aufgrund seiner herausragenden Leistungen der Kommerzialratstitel verliehen und im Jahr 2012 das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Niederösterreich.

„Karl Burkert war in allen seinen Funktionen als innovativer Ideengeber und als Motor für die Umsetzung bekannt“, schätzte Julius Gelles als Bezirksstellenleiter der Hollabrunner Wirtschaftskammer Burkerts visionären Geist. Die Hollabrunner Wirtschaft verliere mit Karl Burkert einen ihrer herausragendsten Vertreter. Als Retzer fügt Gelles hinzu, dass Burkert die Stadt, die Region und die Branche mit seinem Wirken über Jahre und Jahrzehnte geprägt habe. Zahlreiche Projekte seien durch sein Tun entstanden. „Sein Wirken hat Retz nachhaltig verändert.“