Biber treibt im Pulkautal sein Unwesen. Entlang der Pulkau fällen 50 Biber Bäume. Ihre Aktivität führt zu Problemen.

Von Michael Böck und Sandra Donnerbauer. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:11)
Michael Böck
Einer der vom Biber gefällten Bäume in Pulkau.

Der Biber treibt zurzeit sein Unwesen. Das Getier hat es, obwohl so unschuldig aussehend, ganz schön in sich.

Entlang der Pulkau sind vielerorts die Spuren und Schäden der dreisten Nagetiere zu finden. Obwohl sie pflanzliche Allesfresser sind, fällen sie gerne Bäume, um an deren Rinde und Äste zu kommen. Gerade in der Winterzeit sind die Tiere sehr aktiv: Dann nämlich horten sie Vorratsholz, um ihre Biberbauten und -burgen nicht verlassen zu müssen.

Das Totholz hat an und für sich positive Auswirkungen auf die regionale Biodiversität. Die etwa 40 bis 50 Biber an der Pulkau fallen momentan aber mehr schlecht als recht auf. Sie bereiten den Gemeindechefs und -vertretern zurzeit nur Kopfzerbrechen. Biberbauten und gefällte Bäume verstopfen den Flussgraben und könnten im schlimmsten Fall Überschwemmungen verursachen.

Biberjagd gibt es nur mit Landesbescheid

Die Handhabe gegenüber den Tieren ist sehr eingeschränkt, weiß Josef Fürnkranz, Obmann des Pulkau-Wasserverbandes. „Biber sind streng geschützt und dürfen nur mit gültigem Landesbescheid gefangen oder getötet werden. Selbst bei Erteilung sind lediglich ein oder wenige Jäger zur Biberjagd befugt.“ Die Tötung der Tiere sei jedoch die letzte Option. Zuerst werden die Biberdämme weggeräumt, in der Hoffnung, dass die Nagetiere weiterziehen.

Zurzeit befinden sich die meisten Nager noch im Bereich zwischen Zwingendorf und Pulkau. Bei einem Lokalaugenschein in der Weinstadt waren schnell viele „angeknabberte“ und gefällte Bäume am Flussrand entdeckt. Bürgermeister Manfred Marihart weiß von der Problematik in seiner Gemeinde: „Durch die Biberdämme steigt der Grundwasserspiegel. Das könnte vor allem in den Kellern zum Problem werden.“

„Sie haben sich von Tschefchien stark ausgebreitet“

Mit Biberfallen will man der Plage nun Herr werden. Weiter, in Zellerndorf und Pernersdorf, fühlen sich ebenfalls einige Nager heimisch.

Hier wurden seitens der Gemeinden bereits Maßnahmen gesetzt. In den östlicheren Ortschaften gibt es vereinzelte Bibersichtungen, die Schäden halten sich dort in Grenzen.

Im Nationalpark Thayatal dürfen sich die Nager indes ungestört wohlfühlen. Die Dämme und oft sehr kunstvoll angeknabberten Bäume werden hier von Besuchern gerne bestaunt. „Die Biber haben sich von der tschechischen Seite stark ausgebreitet“, merkt auch Direktor Christian Übl die Rückkehr der einst in Österreich ausgestorbenen Tiere.

Trotzdem weiß auch er von den Problemen, die sie an anderen Orten machen. „Hier muss man sich natürlich konkret die Folgen und Risiken anschauen“, befürwortet auch Übl entsprechende Schutzmaßnahmen, wo sie benötigt werden. Die Biber-Population habe sich dennoch gut entwickelt.