Hollabrunner Maturant glänzt als Chemie-Genie. Unter völlig neuen Bedingungen, nämlich auf rein virtuellem Weg, fand heuer die Österreichische Chemieolympiade statt. Maximilian Spitaler, Absolvent des Erzbischöflichen Gymnasiums Hollabrunn und langjähriger Chemieolympionike, holte dabei einen zweiten Platz sowie eine Goldmedaille beim Bundesfinale, wodurch er Österreich beim internationalen Wettbewerb Ende Juli vertreten darf.

Von Red. Hollabrunn. Erstellt am 13. Juli 2020 (07:17)
Maximilian Spitaler, Maturant des Erzbischöflichen Gymnasiums Hollabrunn, wird Österreich beim internationalen Chemie-Wettbewerb Ende Juli vertreten.
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Nach einer schulinternen Vorausscheidung und dem darauffolgenden Landeswettbewerb stehen sich beim Bundeswettbewerb üblicherweise die 20 bis 30 besten Jungchemiker Österreichs in einem jeweils fünfstündigen Praxis- und Theorieteil gegenüber. Als Vorbereitung dafür wird an der PH Baden ein Kurs mit fachspezifischen Vorlesungen und Laborübungen abgehalten, der ebenso dem Knüpfen neuer Freundschaften dient. Die vier Besten qualifizieren sich für die Internationale Chemieolympiade. 

All dies wurde 2020 ins Internet verlegt. Die Online-Fragen reichten „von einfachen organischen Synthesen und Aussagen über das Periodensystem bis zu kurzen Rechnungen und – als Ersatz für die entfallene Praxis – Trockenübungen für das sonst bei der Chemieolympiade allgegenwärtige Tüpfeln (das Bestimmen von Salzen aufgrund ihrer Niederschläge)“, berichtet Jungchemiker Spitaler.


So wurden Österreichs 30 Beste ermittelt, die Onlinevorträgen lauschen und seitenweise zugehörige Übungsbeispiele rechnen durften. Nach drei Wochen intensiven Lernens fand der Bundeswettbewerb am eigenen Schreibtisch unter Videoüberwachung statt. 

Urkunden, Medaillen und Preise kamen per Post

„Die Angabe konnte pünktlich zu Beginn ausgedruckt und daraufhin fünf Stunden lang bearbeitet werden. Die Lösungsvorschläge wurden dann in einem Zeitfenster von 20 Minuten eingescannt und zur Korrektur an die betreuenden Lehrer geschickt, die die Aufgaben ebenso wie die Vorbereitungsvorträge zuvor erstellt hatten“, erläutert Spitaler.  


Bei der per Videokonferenz abgehaltenen Siegerehrung gab es Festvorträge von Ehrengästen und die heiß ersehnte Bekanntgabe der Ergebnisse und Platzierungen. Sonst persönlich verliehene Urkunden, Medaillen und Bücher(-Gutscheine) wurden an die Sieger geschickt, das Festbuffet entfiel. 

Der soziale Austausch hat gefehlt 

„Auf der Hand liegt, dass mit dem Wegfall der Laborpraxis ein großer Teil der langjährig erworbenen Fähigkeiten nicht beachtet werden konnte“, bedauert Spitaler, „Online-Lektionen können direkten Unterricht niemals vollständig kompensieren.“ Besonders bedauernswert sei allerdings der Wegfall des sozialen Austauschs der Teilnehmer untereinander. Ein „coronafreier“ Bundewettbewerb umfasse über die bloße Chemie hinaus gemeinsames Rechnen, Spielen und eine Handvoll Ausflüge, was alle nun sehnlichst missen mussten. 

Umso wichtiger sei es jedoch, dass die Freude am Experimentieren und das umfassende Wissen, welches bei der Chemieolympiade vermittelt wird, den naturwissenschaftlich Interessierten auch in den nächsten Jahren in Form von Vorbereitungskursen an Schulen erhalten bleibt.